Erinnerung an bunte Partynächte. Nach dem Rückzug werden solche Bilder heuer ausbleiben

© /Paradise Festival

Falkenstein
05/07/2014

Paradise Festival zieht Leine

Nach strengen Polizei-Kontrollen im Vorjahr suchen Veranstalter neue Location.

von Stefan Sailer

Rigorose Fahrzeugkontrollen, verdeckte Ermittler und eine mehrmalige ܜberwachung mit dem Polizeihubschrauber. Mit dem vollen Aufgebot versuchte die Polizei im Vorjahr Dealer und Drogenkonsumenten beim Paradise Festival in Falkenstein, Bezirk Mistelbach, aus dem Verkehr ziehen. Von den radikalen Kontrollen hat das Organisationsteam nun genug. "€žWir wurden ja alle wie Verbrecher behandelt"€œ, erklärt Veranstalter Martin Hinterleitner. Deshalb zieht man sich nun komplett aus dem alten Steinbruch zurück.

Geringeres Budget

Nicht gerade erfreut zeigt sich Bürgermeister Leopold Richter. "€žIch habe mich immer dafür eingesetzt, der Jugend etwas zu bieten", sagt Richter,"€žzudem wurden sämtliche Auflagen immer vorbildlich erfüllt"€œ. Die Möglichkeit, sich international zu präsentieren, werde fehlen. Und auch die Gemeindekasse wird auf einiges verzichten müssen. Etwa 13.000 Euro Aufwandsentschädigung sowie 800 Euro Miete pro Tag fehlen nun im Budget.

Neben höheren Auflagen für das Event wurden vor allem die rigorosen Fahrzeugkontrollen seitens der Polizei als schädigend erachtet. "€žIch war nur schnell einkaufen, und als ich zurückkam, wurde mein Auto ebenfalls durchsucht"€œ, erinnert sich die Falkensteinerin Carina Schimpf. Zahlreiche Besucher wollten die Kontrollen nicht mehr über sich ergehen lassen und blieben bereits im Vorjahr fern. Deshalb kam nun der endgültige Rückzug. „Wir helfen dem Staat nun Steuern zu sparen, indem heuer einige Üerstunden nicht bezahlt werden müssen"€œ, merkt Hinterleitner an. Von Seiten der Polizei wollte man sich dazu nicht äuߟern.

Geteilte Meinung

Die Meinung in der Bevölkerung war und bleibt gespalten. "€žDas waren freundliche Personen, die mir nicht negativ aufgefallen sind"€œ, sagt Schimpf, die vergangenes Jahr selbst Besucherin war. "€žAuch wenn es in den Medien negative Berichte gab, so hat der Ort sicherlich durch die Werbung profitiert"€œ, glaubt eine andere Bewohnerin. Dem widerspricht hingegen Winzer Christoph Körner: "€žEine Veranstaltung muss auch mit der Positionierung einer Gemeinde zusammenpassen, und Falkenstein steht nun mal für seinen hochwertigen Weintourismus."

Auf Parties im alten Steinbruch müssen die Jugendlichen aber noch nicht verzichten. Ende Juli findet, wie schon im Vorjahr, das "€žRise&Shine"€œ-Festival statt. Aber auch hier gibt es bereits die ersten Befürchtungen, dass die Polizei ähnlich streng vorgehen könnte.

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