Chronik | Niederösterreich
13.01.2013

Baby und Pensionistinnen gerettet

Oedt/Pischelsdorf: Gleich drei Leben wurden am Sonntag in Niederösterreich gerettet. Die Feuerwehr war mit insgesamt 190 Mann im Einsatz.

Ein defekter Heizstrahler im Schlafzimmer hätte Sonntagvormittag beinah Schlimmeres verursacht. In Oedt an der Wild im Bezirk Waidhofen/Thaya hat der Strahler einen heftigen Zimmerbrand ausgelöst.

Der 35-jährige Hausbesitzer war zu diesem Zeitpunkt auf seinem Hof unterwegs. Als er den Rauch aus dem Wohnhaus bemerkte, konnte er noch selbst seinen erst sechs Monate alten Sohn aus den Flammen befreien. Die 99-jährige Großmutter des Hausbesitzers, die im Zimmer nebenan schlief, konnte er nicht mehr selbst retten. Noch bevor die Feuerwehr zur Stelle war, halfen Nachbarn, den Brand mit Feuerlöschern zu bekämpfen. Der Rauch war allerdings schon so stark, dass niemand zu der 99-Jährigen vordrang. Erst die Feuerwehr konnte die alte Frau mit schwerem Atemschutzgerät über das Fenster retten.

Der sechs Monate alte Bub wurde ins Krankenhaus Zwettl gebracht, seine 99-jährige Urgroßmutter ins Krankenhaus Waidhofen an der Thaya. Beide sind laut Feuerwehr wohlauf, wurden aber zur Sicherheit medizinisch versorgt.

Haus zerstört

Bei dem Einsatz konnte die Feuerwehr auch zwei griechische Landschildkröten retten. Ein Chamäleon ist im Rauch erstickt. Insgesamt war die Feuerwehr mit 110 Mann im Einsatz. Wie hoch der Schaden am Haus ist, ist noch unklar.

Auch in Pischelsdorf, Bezirk Bruck/Leitha, ist es am Sonntag zu einem folgenschweren Brand gekommen. Eine 71-jährige Pensionistin wollte zu Mittag Holz in ihrem Kachelofen nachlegen. Dabei dürfte ein brennendes Holzscheit vom Ofen auf den Boden gefallen sein und weitere Holzscheite in Brand gesteckt haben. Das Feuer breitete sich sofort auf das gesamte Wohnhaus aus. Die Frau konnte sich noch auf ihre Terrasse retten – ein Nachbar verständigte die Feuerwehr.

Auch für die war der Einsatz in Pischelsdorf gefährlich. Die lungenkranke Frau, die erst vor Kurzem aus dem Spital entlassen worden war, lagerte ihre Reserve-Sauerstoffflasche im Haus. Bei den Löscharbeiten ist diese Flasche explodiert. Verletzt wurde aber niemand.

Das Haus dürfte völlig ausgebrannt sein. Der Sachschaden wird auf 150.000 bis 200.000 Euro geschätzt. Die Frau wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht.