Chronik | Niederösterreich
17.04.2012

ÖBB-Arbeiten rissen Hunderte Anrainer aus dem Tiefschlaf

Markersdorf – „Ich habe zwei Nächte nicht geschlafen – trotz Ohrstöpsel“: Alfred Haydn ist wütend auf die ÖBB. Nicht nur er. Mitten in der Nacht auf Montag und auf Dienstag führte die Bahn in Markersdorf (Bezirk St. Pölten) Arbeiten auf den Gleisen der Westbahn durch. „Es gab einen Dauerton, der durch Mark und Bein geht“, sagt Bürgermeister Friedrich Ofenauer. Ähnlich einer Feuerwehrsirene.

Der Lärm war im Ort stundenlang zu hören – selbst in weiterer Entfernung, durch geschlossene Fenster. Er riss Hunderte aus dem Schlaf. Bei der Polizei liefen die Leitungen heißt. „Ich war der 50. Anrufer am Montag in der Nacht“, sagt Haydn, der nur wenige Meter von den Gleisen entfernt wohnt. „Warum müssen die das zu dieser Uhrzeit machen?“, fragt er sich.

Der Bürgermeister – auch er konnte nicht schlafen – setzte sich in der ersten Nacht um 1.30 Uhr zum Computer, um ein Beschwerde-Mail an die ÖBB zu schreiben. Seine Forderung: Derartige Arbeiten dürfen in der Nacht nicht durchgeführt werden. „Der Dauerton ist auch untertags grenzwertig.“ In der Nacht aber eine unzumutbare Belästigung. Das Mail fruchtete nicht.

Saugmaschine

Die ÖBB argumentieren mit unvorhersehbaren Arbeiten. Ein Güterzug hatte geleckt und Schlacke verloren. Das Schotterbett sei verunreinigt. Es musste mit einer speziellen – lauten – Saugmaschine gereinigt werden. „Diese Schlacke hat die Umwelt – Boden und Grundwasser – nicht gefährdet“, erklärt ÖBB-Sprecher Christopher Seif. Aber im Sinne der Betriebssicherheit müsse sie so rasch wie möglich entfernt werden. Er nennt eventuelle Gefahr von Kurzschlüssen. Das beauftragte Unternehmen habe bestätigt, dass Lärmgrenzen nicht überschritten wurden.

Die Markersdorfer werden das wahrscheinlich anders sehen. Die ÖBB bitten um Verständnis. Wenn geplante lärmintensive Arbeiten stattfinden, gebe es vorher eine Anrainer-Info.