© LPD NÖ

Chronik | Niederösterreich
06/12/2019

NÖ: Der harte Kampf gegen die Banden

Die Kriminalpolizei verstärkt ihren Druck, um der Bandenkriminalität Herr zu werden. Ein Ermittler gibt Einblicke in die Arbeit.

Es sind Verbrechen, die selbst bei hartgesottenen Kriminalisten für Fassungslosigkeit sorgen: Ein Mann wird in seinem Haus brutal zusammengeschlagen, die Täter fügen ihm einen doppelten Kieferbruch zu und lassen ihn in einer Blutlache liegend zurück. Die Peiniger versperren die Tür und flüchten.

Andernorts wird ein Opfer in Wiener Neustadt bedrängt und bedroht, es hebt Geld von einem Bankomaten ab und übergibt die Scheine den Tätern. Weil ihnen die Beute nicht hoch genug ist, statten sie auch noch der Mutter des Mannes einen „Besuch“ ab – und zwar direkt in der Arztpraxis, wo sie arbeitet. Auch sie hat so große Angst, dass sie sich ihrem Schicksal fügt.

Verdeckte Ermittler

Es sind Fälle wie diese, die die Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) intensiv beschäftigten. Und sie zeigen, dass das Phänomen der Bandenkriminalität längst auch in Niederösterreich angekommen ist. LKA-Chef Omar

Haijawi-Pirchner hat auf diese Entwicklung reagiert und vor rund eineinhalb Jahren acht Fahndern aus dem Ermittlungsbereich Menschenhandel und Schlepperei die Aufgabe übertragen, verstärkt gegen Banden vorzugehen.

Kommunikation

Keine leichte Aufgabe, wie Chefinspektor Wolfgang Kunter berichtet. „Die Kommunikation der Täter läuft beinahe ausschließlich über soziale Medien. Sie machen sich einen Treffpunkt aus, führen die Tat durch und trennen sich dann wieder.“ Was auffalle, sei die Brutalität der Banden. „Die extreme Gewaltbereitschaft ist erschreckend und besorgniserregend.“ Dabei sei die Beute oft niedrig: kleine Bargeldbeträge, Handys oder auch Fahrräder.

Zusammenarbeit

Derzeit sind die Kriminalisten vor allem in Städten wie Wiener Neustadt und St. Pölten unterwegs, meistens wird verdeckt ermittelt. „Wir arbeiten aber auch eng mit den Polizeiinspektionen und Sozialarbeitern zusammen“, sagt Kunter.

Kein Geheimnis sei, so der Chefinspektor, dass es sich bei den Bandenmitgliedern oftmals um junge Täter mit Migrationshintergrund handle. „Hier begehen Personen Taten, die aufgrund ihrer Herkunft eigentlich gar nicht gut miteinander können sollten.“