Noch sind die Häfentüren offen

Die Durchlässigkeit im Untergrund wurde beseitigt. Das neue Justizzentrum hinter dem Bahnhof befindet sich im Baufinale.

Das Klientel im Korneuburger Landesgericht ist vielschichtig: Räuber, Mörder, kleine und größere Gauner, Dealer oder Streithanseln, die sich die Vorderzähne eingeschlagen haben, stehen vor dem Richter. Gerichtspräsident Wilhelm Tschugguel hat aber am Montag nicht das Stammklientel sondern Journalisten zu einer Baustellenbesichtigung im neuen Justizzentrum eingeladen, Probesitzen im neuen Häfentrakt inklusive.

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© Bild: Stefan Straka

Seit September 2009 wurden zwei große Gebäude hochgezogen, das eine ist das Gerichtsgebäude, das Haus gegenüber wird die Strafanstalt beherbergen. Die anfänglichen Probleme sind gelöst, denn der Beton im Untergrund war nicht dicht. Was für einen Häfen eher peinlich wäre. Doch die undichten Stellen sind mittlerweile abgedichtet.

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© Bild: Stefan Straka

Seit Wochen picken die Fassadenarbeiter kräftig Dämmmaterial an die Betonwände. Schließlich will man energetisch ein Passivhaus sein. Die Heizwärme im Winter wird mittels Wärmepumpe aus dem Grundwasserbrunnen gewonnen, die andere Hälfte liefert eine herkömmliche Gasheizung.

Servicebereich

Drei Stöcke gibt es. Im Eingangsbereich des Erdgeschoßes werden die Kassa sowie Grundbuch- und andere Servicestellen untergebracht. Weiter drüben eröffnet sich ein Atrium, durch die gläserne Decke kommt viel Licht. Rundherum sind unten die Verhandlungssäle sowie der große Schwurgerichtssaal, indem noch gähnende Leere herrscht. In allen drei Geschoßen wuseln Arbeiter herum, hämmern, schrauben an den Deckenverkleidungen, andere verfliesen Nassräume oder verlegen Estrich.

Zwischen den Gebäuden befindet sich nicht nur eine große unterirdische Parkgarage sondern auch ein Verbindungsgang, durch den Angeklagte vom Häfen direkt dem Richter vorgeführt werden. "Es schaut nicht lustig aus, wenn das Opfer da sitzt und es wird der Täter vorbeigeführt", sagt Tschugguel.

Im kommenden Mai soll das modernste Justizzentrum Österreichs bezugsfertig sein.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011