In Steinkrugflaschen wird der Gin abgefüllt.

© Matthias Hörhan

Chronik Niederösterreich
10/02/2020

Niederösterreicher zaubert "Lebensfreude" aus Opas Kessel

Der 27-jährige Matthias Hörhan aus Unterwaltersdorf brennt seinen eigenen Gin aus Lavendel und Holler.

von Caroline Ferstl

Schon als kleiner Bub hat Matthias Hörhan Papa Engelbert beim Brennen über die Schulter geschaut. Mit 15 destillierte er seine ersten Obstbrände. „Kosten durfte ich damals natürlich noch nicht“, erzählt der heute 27-Jährige schmunzelnd. Endlich alt genug dafür, hat es ihm Gin dann besonders angetan: „Also dachte ich mir, ich brenn’ mir meinen eigenen.“

Ein Jahr lang probierte Hörhan in der hauseigenen Brennerei in Opas Brennkessel herum und kostete sich durch 60 verschiedene florale Aromen. 15 davon sind hängen geblieben, darunter Lavendel und Hollerblüte, Zitrone, Orange und Rosmarin sowie der typische Wacholder. „Alle Zutaten verrate ich natürlich nicht, die gilt es zu erschmecken“, macht der leidenschaftliche Hobbybrenner neugierig.

 

2016 absolvierte der Gartengestaltungsmeister die Ausbildung zum Edelbrandsommelier. Hörhans Familie bewirtschaftet in dritter Generation eine Landwirtschaft in Unterwaltersdorf (Bezirk Baden). Im Hofladen erhält man neben Edelbränden und Likören regionale Produkte, selbst gemachte Brote, Marmeladen und Sirupe von Mama Sabine. Papa Engelbert presst feine Öle aus Leinsamen, Raps, Sonnenblumen- und Kürbiskernen.

Rosmarin statt Gurke

Fehlte nur noch der richtige Name. Die Idee dafür kam während eines Urlaubs in Costa Rica: „Die Natur und Lebensweise dort hat mich inspiriert. Das ist wahre Lebensfreude, das pure, reine Leben – daher ,pura vida‘“.

Hörhan trifft den Nerv der Zeit: Gin liegt im Trend. Die Herstellung ist bei Weitem einfacher als etwa jene von Whisky und Rum: Während für andere Spirituosen eine Maische angesetzt, destilliert und lange gelagert werden muss, reicht es für Gin, neutralen Alkohol mit diversen Zutaten anzusetzen. Destillieren ist nicht zwingend notwendig, „dadurch wird er aber noch feiner“, so Hörhan. Die einzigen Grundvoraussetzungen sind Alkohol landwirtschaftlichen Ursprungs und Wacholder als Hauptbestandteil der Zutaten.

Hörhan trinkt seinen Gin übrigens am liebsten pur oder mit einem edlen Tonic – aber niemals mit Gurke. Statt dem Markenzeichen von Hendrick’s Gin nimmt er lieber einen Rosmarinzweig aus dem Garten und eine Zitronenzeste.

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