Weltwunder: Im Burj Khalifa steckt Know-How aus dem Mostviertel.

© Reuters/AHMED JADALLAH

Niederösterreich
11/27/2013

Lockruf der Scheichs

Land NÖ will Unternehmern den Weg an den Persischen Golf ebnen.

von Matthias Hofer

Fast 830 Meter ragt der futuristische silberne Koloss in den Himmel über Dubai. Gelesen hat man über das aktuell höchste Gebäude der Welt, Bilder davon gesehen. Nur jetzt, wo man als Gast aus Al-Namsa (arabisch für Österreich) vor dem Burj Khalifa steht, bleibt einem die Luft weg. Und in die Sprachlosigkeit ob der überwältigenden Dimensionen drängt sich ein kleines bisschen Nationalstolz. Steckt doch in jeder der fast 200 Etagen – von denen 163 nutzbar sind – ein kleines Stück Mostviertel.

Die Schalungsbau-Experten der Doka Group des Amstettener Umdasch-Konzerns haben mitgeholfen, in Dubai ein modernes Weltwunder entstehen zu lassen. Doch die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bekommt Konkurrenz. Im saudi-arabischen Jiddah soll bis 2019 ein über ein Kilometer hoher Wolkenkratzer entstehen, der Kingdom Tower. „Die Doka bemüht sich im Moment stark, ihr Know-How, das sie sich in vielen Großprojekten erworben hat, dem Projekt Kingdom Tower zur Verfügung stellen zu können“, sagt Peter Vogel, Direktor der Doka Group Middle East zum KURIER. Verhandlungen laufen bereits.

Doch nicht nur Großkonzerne finden am Persischen Golf Chancen vor. Das weiß auch Karl Gartner von der Amstettener Firma Conlux, spezialisiert auf LED-Lichttechnik und Fotovoltaik. Allerdings: „Das Land ist nichts für schwache Nerven. Der Markt bietet viel Potenzial, aber es erfordert Geduld und Flexibilität.“

Die Vorstellung, dass in den reichen Emiraten Geld keine Rolle spielt, wird beim Besuch in Dubai teilweise entkräftet: Die Menschen seien zwar bereit, für Qualität viel Geld auszugeben, verstehen sich aber vortrefflich aufs Handeln. „Geben sie bei ihren Preisen nicht nach. Qualitätswaren aus Österreich genießen hier einen guten Ruf“, rät Österreichs Wirtschaftsdelegierter Wolfgang Penzias seinen Zuhörern in Dubai. Die nö. Delegation sondiert den Markt, um Absatzmöglichkeiten für heimische Unternehmen auszuloten.

100 Millionen Euro

„Unsere Marktanalyse hat ergeben, dass sich in den Bereichen Bau, Umwelttechnologie oder Maschinen und Anlagenbau Möglichkeiten für unsere Betriebe ergeben“, sagt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav. Der Vizepräsident der WKNÖ, Josef Breiter, ist überzeugt, „dass sich durch den Export viele Chancen eröffnen – für Klein- und für Großbetriebe. Wir unterstützen die Bemühungen, wo wir können“. Für Josef Kolarz-Lakenbacher von der Industriellenvereinigung bringen „hohe Kaufkraft und Konsumbereitschaft in den VAE Chancen für unsere Unternehmen“. Bohuslavs Ziel: „2012 lag das Exportvolumen in die VAE bei 83 Millionen Euro. Wir wollen in den nächsten drei Jahren die 100-Millionen-Euro-Grenze erreichen.“

Im Wissensbereich konnte NÖ bereits punkten: Die Handelskammer Abu Dhabi hat eine Expertise aus St. Pölten angefordert, um neue Fördermöglichkeiten für Start-Up-Firmen kennenzulernen.

Hintergrund

Dubai tut alles, um Unternehmer an den Persischen Golf zu locken. Eine eigene Freihandelszone sowie die derzeit im Aufbau befindliche „Dubai Silicon Oasis“ bieten Firmen Platz. Dubai kennt keine Körperschafts- oder Einkommenssteuern. Lokale Wirtschaftsvertreter versprechen Genehmigungen innerhalb von 48 Stunden. Interessierte nö. Firmen können Kontakt über die Außenwirtschaftsabteilung der Wirtschaftskammer aufnehmen.

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