Die Vorstellungen vom Bauen im Welterbe Wachau sind sehr unterschiedlich

© Hofer Matthias

Chronik Niederösterreich
03/26/2019

Neustart für Welterbe-Aufsicht nach Monaten ohne Betreuer

Monitoring-Beauftragter ist zurückgetreten, Nachfolgeteam erst im Aufbau begriffen

von Gilbert Weisbier

Als besonders wertvolles Erbe der Menschheit gelten die von der UNESCO ausgewiesenen Welterbegebiete. Auf jedes von ihnen achtet ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Organisation ICOMOS, die der UNESCO untersteht. Seit im Vorjahr mehrere der österreichischen Monitoring-Spezialisten wegen Differenzen mit einer neuen ICOMOS-Leitung zurückgetreten sind, fehlte für die Wachau über Monate eine beobachtende Person. Kürzlich wurde eine Frau für die Position gefunden. Sie muss sich aber erst in die Materie einarbeiten.

Teams

Noch will die neue ICOMOS-Vizepräsidentin Ulrike Herbig offiziell den Namen der neuen Monitoring-Beauftragten für die Wachau nicht nennen. „Sie soll sich selbst bei ihren Gesprächspartnern in der Wachau vorstellen können“, sagt Herbig, die für die Zukunft anstrebt, dass für jede Welterbestätte ein ganzes Team von Betreuern zur Verfügung steht, dessen Mitglieder einander ergänzen und ablösen können, damit sie nicht so stark gefordert werden wie ihre Vorgänger.

„Da möchte ich als Koordinatorin unbedingt auch junge Leute dabei haben, damit die bereits ins Thema hinein wachsen können“, sagt Herbig. Derzeit würden mit Zuständigen und Interessierten bereits Gespräche über einen zukünftigen Umgang mit der Wachau laufen.

"Junge Architekten, die am Beginn ihrer Karriere stehen, sind lange nicht so unabhängig wie ein Pensionist, der von niemandem mehr abhängig ist“, hält Christoph Ferch entgegen. Das ehemalige ICOMOS-Vorstandsmitglied hebt die Verdienste des bisherigen Wachau-Beobachters Wilfried Posch hervor, der über Jahrzehnte mit großem Einsatz viele Probleme bereits im Vorfeld habe entschärfen können. „Ohne ihn wäre die neue Landesgalerie in Krems noch größer geworden“, sagt Ferch. Jemand mit einem derartigen Erfahrungsschatz werde schwer zu ersetzen sein. Allerdings habe sich der ehemalige Stadtplanungsprofessor Posch damit nicht nur Freunde gemacht.

Gespräch?

„Wir sind mit Professor Posch im Gespräch, damit er die neue Kollegin unterstützt und beratend aktiv bleibt. Ich hoffe, dass wir die bisherigen Monitoring-Mitarbeiter wieder vollständig in die Arbeit einbinden können“, betont Herbig.

Das Bauen in der Wachau gilt als besonders heikles Thema. Denn der seit dem Jahr 2000 gültige Welterbestatus verlangt, dass neue Gebäude sich bereits bestehenden gegenüber zumindest anpassen, besser aber unterordnen sollten. Aktuell stehen zahlreiche neue Projekte an. Darunter ein großer Wohnbau anstelle einer ehemaligen Winzergenossenschaft in Unterloiben sowie Hotel- und Gewerbeanlagen in der Wachau.

"Die jungen Leute, die da eine große Verantwortung übernehmen, können nichts dafür. Ich sehe aber ein System, das nicht in Ordnung ist", meint Wilfried Posch.

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