Neunkirchen: Für FPÖ ist die Tür zur Koalition "zugeschlagen"
ÖVP-Bürgermeister Peter Teix verteidigte kann knapp die Mehrheit.
Im Endeffekt waren es nach der Korrektur des Wahlergebnisses nur neun Stimmen. Bei der Gemeinderatswahl in Neunkirchen hat die ÖVP am Sonntag zwar verloren, aber gerade noch hauchdünn Platz eins verteidigt.
Die Volkspartei kam auf 31,65 Prozent und 12 Mandate. Knapp dahinter ging Rang zwei mit 31,47 Prozent (12 Mandate) an die SPÖ, die FPÖ verlor gegenüber 2025 und landete mit 19,13 Prozent (7 Mandate) auf Rang drei.
Erste Gespräche vereinbart
Die aus der FPÖ ausgeschlossenen Mandatare um Vizebürgermeister Marcus Berlosnig traten als Unabhängige Bürgerliste - Wir für Neunkirchen (WfN) an und kamen auf 8,93 Prozent und drei Mandate, die Grünen auf 8,81 Prozent und ebenfalls drei Sitze im Gemeinderat.
Und nun? "Wir werden so rasch wie möglich mit allen Fraktionen reden", erklärte ÖVP-Bürgermeister Peter Teix noch Sonntagabend.
Möglich sind verschiedene Konstellationen. Sowohl die ÖVP als auch die SPÖ brauchen jeweils einen Partner, wenn sie regieren wollen. Beide Fraktionen haben angekündigt, niemanden auszuschließen und mit "allen Parteien" sprechen zu wollen.
Für Dienstagabend ist bereits ein Gesprächstermin zwischen Teix und SPÖ-Chef Günther Kautz vereinbart. "Es wäre natürlich auch ein Spiel der freien Kräfte im Gemeinderat möglich, wenn man sich bei der Wahl auf einen Bürgermeister einigt", meint Kautz.
Inhaltlich sieht sich die SPÖ sehr nahe an der FPÖ, was das Thema Gebührenerhöhungen betrifft. Auch Kautz tritt für eine deutliche Senkung ein.
Vorzugsstimmen "starkes Vertrauenssignal"
Teix sieht seine 907 Vorzugsstimmen als ein "starkes Vertrauenssignal". Das Ergebnis sieht er als Auftrag, "ein neues Kapitel unserer Stadt aufzuschlagen und mit vollem Tatendrang voranzugehen. Jetzt heißt es, die Möglichkeiten überparteilicher Zusammenarbeit auszuloten, damit in Neunkirchen rasch wieder für unsere Stadt gearbeitet werden kann.“
Die FPÖ kam mit Helmut Fiedler auf 19,13 Prozent.
"Tür zur Koalition mit Brutalität zugeschlagen"
Wie es bei der FPÖ und Helmut Fiedler nach dem Wahlsonntag weitergehen wird, hat er am Montag dem KURIER verraten. Auch wenn die Fraktion am Sonntag bemüht war, das Ergebnis und den Stimmenverlust schönzureden, wurde das Ziel deutlich verfehlt. "Was ich vor der Wahl gesagt habe, gilt natürlich auch nach der Wahl – das habe ich auch immer klar kommuniziert. Ich werde mein Mandat annehmen und Schulter an Schulter mit der Neunkirchner Bevölkerung für eine bessere Zukunft Neunkirchens arbeiten“, sagt Fiedler, der 508 Vorzugsstimmen erringen konnte.
Wie er weiters meint, erging der Wählerauftrag klar in Richtung ÖVP und SPÖ, die gemeinsam eine satte Mehrheit von über 60 Prozent vereinen. "Beide haben auch vor der Wahl den Anspruch gestellt, zu regieren. Was uns betrifft: Jetzt aus dem dritten Platz einen Regierungsauftrag zu konstruieren, das machen wir nicht“, sagt Fiedler.
Eine Koalition mit der ÖVP erteilt der FPÖ-Landesgeschäftsführer eine klare Absage. "Die ÖVP hat heute von sich aus - durch Aussendungen von VPNÖ-Landesgeschäftsführer Zauner und von ÖVP-Bundesgeneralsekretär Marchetti - die Tür für eine Koalition mit uns mit unfassbarer Brutalität zugeschlagen", so Fiedler.
VPNÖ-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner hatte zuvor erklärt, dass in Neunkirchen der "Kickl-Höhenflug" gestoppt worden sei. "FPÖ-Spitzenkandidat Fiedler hat in den vergangenen Wochen so gut wie alle FPÖ-Spitzenpolitiker aufgeboten. Alle sind sie gekommen. Keiner hat den größten Wahlverlust aller Parteien bei der Gemeinderatswahl in Neunkirchen abwenden können." Wie die ÖVP erklärt, würden die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher "den Stil der Spaltung, Skandalisierung und Polarisierung klar ablehnen".
Die Antwort der FPÖ auf Zauners spitzen Kommentar ließ nicht lange auf sich warten: "Statt Demut vor dem Wähler zu zeigen, verfällt die Volkspartei einmal mehr in Arroganz und Selbstüberschätzung", so der Landesparteisekretär der FPÖ NÖ, Alexander Murlasits.
Die ÖVP habe in Neunkirchen selbst 3,52 Prozentpunkte verloren und ihren ersten Platz "nur mit Glück und mickrigen neun Stimmen Vorsprung vor der SPÖ gerettet", so die FPÖ.
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