Chronik | Niederösterreich
04.02.2018

Neuer FPÖ-Klubobmann könnte aus Nationalrat kommen

Die FPÖ NÖ sucht nach Udo Landbauers Abgang einen neuen Klubobmann. Fündig werden könnte man im Nationalrat.

Dass Udo Landbauer wegen der Affäre um ein Liederbuch mit Nazi-Texten seinen Rückzug aus der Politik besiegelt hat, stellt Niederösterreichs FPÖ vor ein veritables Personalproblem. Landbauer hätte als Klubobmann die Fraktion im NÖ Landtag anführen sollen. Jetzt ist diese Funktion vakant, weil der bisherige Klubobmann Gottfried Waldhäusl neuer Landesrat wird.

In ersten Meldungen wurde sofort Martin Huber als aussichtsreichster Kandidat genannt. Es spricht auch einiges für ihn: In seiner Heimatgemeinde Blindenmarkt hat die FPÖ mit 34 Prozent das beste Ortsergebnis erzielt. Er ist seit zehn Jahren Landtagsabgeordneter und er war von 2004 bis 2013 Landesgeschäftsführer.

Diese Funktion ist aber auch ein Hemmschuh, weil er damals ein enger Mitarbeiter der ehemaligen Parteiobfrau Barbara Rosenkranz war, die nach der verlorenen Landtagswahl 2013 nach heftigen Auseinandersetzungen die Landespartei verlassen musste.

Zwei Namen

Da sich unter den nunmehr acht Landtagsabgeordneten neben Huber kaum wer für die Funktion des Klubobmannes aufdrängt, mehren sich die Stimmen, jemanden aus dem Nationalrat in den Landtag zu holen. Landesparteiobmann Walter Rosenkranz wird diesen Schritt nicht machen. Infrage kommen deswegen dafür nur zwei Namen: Christian Hafenecker und Christian Höbart. Möglich ist es, da beide in ihren Wahlkreisen trotz der Nationalratsmandate auch auf der Kandidatenliste für die Landtagswahl standen.

Christian Hafenecker aus Kaumberg im Bezirk Lilienfeld ist Landesparteisekretär und war vor seiner Zeit im Parlament auch Landtagsabgeordneter. Christian Höbart aus Guntramsdorf im Bezirk Mödling ist geschäftsführender Landesparteiobmann. Wobei er nicht unumstritten ist, weil er in Postings Flüchtlinge als "Höhlenmenschen" bezeichnet und sich über Flüchtlingsboote lustig gemacht hatte.

Entschieden wird diese Frage in rund zwei Wochen bei einer Klubklausur.