Geschätzte Finsternis: "Dark Sky"-Zertifikat für sechs Naturparks
Im Naturnachtgebiet Eisenwurzen ist noch ein unverfälschter Sternenhimmel zu erleben.
Es ist kein Aufruf einer okkulten Gemeinschaft, wenn Mitte März in Gesäuse-Pavillon im steirischen Gstatterboden dazu eingeladen wird, die Finsternis zu feiern. Doch das Ziel von sechs Naturschutzparks im Dreiländereck Nieder- und Oberösterreich sowie der Steiermark sich als "Naturnachtgebiet Eisenwurzen“ zu Österreichs größtem internationalen Sternenpark küren zu lassen, ist gelungen. Mitte März wird das Zertifikat der weltweit agierenden Gesellschaft Dark Sky International (IDA) offiziell groß gefeiert.
22 Gemeinden haben sich, wie vom KURIER berichtet, zum gemeinsamen Auftritt als Schutzzone für die in ihren Gebieten noch überdurchschnittlich vorhandene Finsternis und den sensationellen Nachthimmel entschlossen. Ausgehend von einer Initiative in der steirischen Eisenwurzen, wurde im Vorjahr um die abschließende Zertifizierung angesucht.
2.400 Quadratmeter großes Naturnachtgebiet
Mit den involvierten Nationalparks Kalkalpen und Gesäuse sowie den Naturparks Steirische Eisenwurzen, NÖ Eisenwurzen, Ötscher-Tormäuer sowie dem Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal kann man künftig ein 2.400 Quadratmeter großes Naturnachtgebiet, das nun auch den offiziellen „Segen“ der IDA (International Dark Association) erhalten hat, verwalten und auch anpreisen.
Wobei die touristische Nutzung des österreichweit einzigartigen Naturnachtgebiets eine attraktive, aber spezielle Nische im finsteren Getriebe bleiben soll. Dunkelheit sei weit mehr als nur die Abwesenheit von Licht, lautete eine der vielen Erklärungen zum Projekt. Finsternis sei ein Garant für hohe Lebensqualität vieler Lebewesen, inklusive des Menschen.
Enorme Lichtmenge
Nur mehr ein Prozent der Europäer hat einen dunklen Nachthimmel, nur noch 60 Prozent der Österreicher können die Milchstraße am Nachthimmel erkennen. Alle zwölf Jahre verdopple sich die Lichtmenge und verschmutze so den Nachthimmel, berichtete der Astrophysiker Stefan Wallner von der Uni Wien bei der Präsentation des Projekts.
Für Menschen habe das wegen des gestörten Melatonin-Haushalts gesundheitliche Folgen. 70 Prozent der heimischen Säugetiere seien nachtaktiv, weshalb Licht ihre Aktivitätsphase massiv störe.
Als Voraussetzung, um Mitglied im Sternenpark sein zu können, waren die Gemeinden gefordert etliche verpflichtende und freiwillige Maßnahmen durch Gemeinderatsbeschlüsse zuzusichern. Vorwiegend ging es dabei um Aktivitäten, die die Lichtverschmutzung in der Nacht eindämmen oder hintanhalten. Dabei spielen unter anderem moderate Straßenbeleuchtungen, die nicht in den nächtlichen Himmel abstrahlen eine wichtige Rolle.
Festakt
Beim Fest am 17. März wird das Naturnachtgebiet Eisenwurzen unter Anwesenheit von Repräsentanten aus den Mitgliedsgebieten und den Bundesländern mit Fakten unterlegt. Auch die Besuchsmöglichkeiten und Aktivitäten im Sternenpark werden beschrieben. Und an Vertreter der teilnehmenden Gemeinden werden die Zertifikate feierlich überreicht.
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