In Unternalb sollen geistig abnorme Rechtsbrecher nachbetreut werden

© Michaela Reibenwein

Unternalb
12/03/2012

Nachbetreuung für Abnorme empört Bevölkerung

Unternalb: Bewohner sind empört. Sie sammeln Unterschriften und wollen protestieren.

von Michaela Reibenwein

In der Umgebung von Retz ist es am Montag das Gesprächsthema Nummer eins: In der kleinen Ortschaft Unternalb sollen entlassene, geistig abnorme Rechtsbrecher betreut werden. Vor wenigen Monaten hatte ein derartiges Projekt bereits im nahen Maissau für einen Aufschrei in der Bevölkerung gesorgt. Die Gegner haben sich auch schon in der Gemeinde Retz formiert: „Seit einer Stunde liegen die Unterschriftenlisten. Und sie sind schon voll“, berichtet eine „besorgte Mutter und Großmutter“.

12 bis 14 Bewohner Entstehen soll das „Wohnhaus Retz“ im ehemaligen Dominikanerhof in der Nachbarortschaft Unternalb. 12 bis 14 Männer mit psychischen Störungen sollen hier vom Verein „pro mente Plus“ ab März auf ein „normales Leben“ vorbereitet werden.

Doch bis zum Wochenende wusste niemand etwas davon – auch nicht Ortsvorsteher Johann Kurzreiter, der nur wenige Meter weiter wohnt. „Freude haben wir keine damit“, sagt er. „Jetzt müssen wir erst einmal schauen, welche Schritte möglich sind. Das Problem ist: Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz.“ Eigentümer ist Franz Gatterburg, der mit dem Verein bereits einen mündlichen Vertrag abgeschlossen hat. „Würde ich glauben, dass die Befürchtungen der Bevölkerung gerechtfertigt sind, würde ich das Haus nicht vermieten.“
Auch „pro mente“ versucht, zu beruhigen: „Unsere Klienten verbüßen keine Haftstrafe sondern werden wegen einer schweren psychischen Störung angehalten“, erklärt Geschäftsführer Christian Rachbauer. Erst wenn festgestellt werde, dass sie keine Gefahr mehr darstellen, werden sie bedingt entlassen. Weder Sexualstraftäter, noch Pädophile oder Mörder wären darunter. „Bis dato gab es noch keinen einzigen Rückfall unserer ehemaligen 1500 Klienten“, sagt Rachbauer.

Das reicht den Retzern nicht. „Geheimniskrämerei in solchen Dingen sorgt für böses Blut“, meint Peter Soucek. Die Gegner rüsten sich für die erste Protestaktion – sie wollen am kommenden Wochenende beim „Advent drunter und drüber“ mit Plakaten Alarm schlagen.
 

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