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Chronik Niederösterreich
03/29/2021

Nach Familientragödie in NÖ: Wohl doch kein Mord durch Ex-Partner

Im Fahrzeug wurde eine Schusswaffe gefunden. Ex-Partner bestreitet Tat und gab Alibi an. Obduktion soll Klarheit bringen.

von Patrick Wammerl

Nach dem Fund der Leichen einer 29-jährigen Frau und ihrer vierjährigen Tochter in einem Auto in Eibesthal bei Mistelbach wurde die Nacht über der 59-Jährige Ex-Partner der Frau und Vater des Kindes von den Mordermittlern einvernommen. Er hatte sich Sonntagabend nach stundenlanger Suche durch die Spezialeinheit Cobra selbst in Horn der Polizei gestellt.

Mittlerweile spricht vieles dafür, dass der Mann gar nichts mit der Tragödie zu tun hat. Im Auto der toten Frau wurde bei der Spurensicherung eine Faustfeuerwaffe gefunden. Das Kind und sie starben augenscheinlich durch einen Kopfschuss. Eine genaue Abklärung erfolgt durch eine Obduktion. Aus derzeitiger Sicht ist es laut Polizei auch denkbar, dass die 29-Jährige ihre Tochter und danach sich selbst getötet hat.

Ex-Partner beteuerte Unschuld

Der Ex-Partner beteuerte im Verhör, nichts mit der Sache zu tun zu haben. Er nannte den Mordermittlern auch ein Alibi, das nun überprüft wird. Die Polizei war zunächst davon ausgegangen, dass der Mann etwas mit der Bluttat zu tun haben könnte. Er bestreitet allerdings vehement jeden Zusammenhang. Die Ermittlungen laufen indes auf Hochtouren weiter.

Gegen den Ex-Partner der Frau liegt laut Polizeisprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich, Raimund Schwaigerlehner, kein konkreter Tatverdacht vor. Der 59-Jährige, der sich Sonntagabend in Horn gestellt hatte und stundenlang befragt wurde, befindet sich auf freiem Fuß.

Obduktion am Montagnachmittag

Montagnachmittag ist die Obduktion der toten Frau und ihres Kindes anberaumt. Außerdem wird das Ergebnis der sogenannten Schusshandüberprüfung erwartet. Finden sich Schmauchspuren an den Händen der Toten, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie die Waffe abgefeuert hat und niemand anderer.

Erste Befragungen von Zeugen bestätigen übrigens das Alibi des Mannes. Er soll zur ungefähren Tatzeit am Sonntag bei einem gemeinsamen Brunch bei Freunden gewesen sein. Dazu passend muss bei der Obduktion noch der ungefähre Todeszeitpunkt bestimmt werden.

Wenn Sie Hilfe brauchen

Wer Suizid-Gedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in Österreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

Das neue österreichische Suizidpräventionsportal 
www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten für drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbezüglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.

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