Munitionsteile verursachten erneuten Großbrand im Föhrenwald in NÖ
Brand im Föhrenwald
Die Gefahr schlummert seit Jahrzehnten im Erdreich. Der neuerliche Großbrand im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) dürfte ebenso wie beim ersten Feuer im August durch Munitionsteile aus dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst worden sein.
Ein am Freitag ausgebrochener Großbrand im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) dürfte laut Ermittlungen der Polizei durch Phosphor in Munitionsteilen einer Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengten Fabrik ausgelöst worden sein. Diese Ursache werde „mit sehr großer Wahrscheinlichkeit“ angenommen, teilte eine Sprecherin am Montag auf APA-Anfrage mit. Die Feuerwehr war nach wie vor im Einsatz.
Produktion von Granaten
In dem betroffenen Gebiet befindet sich die stillgelegte frühere „Pulverfabrik Föhrenwald“. Sie war 1890 von der Nobel Dynamit AG zur Produktion von Granaten gegründet worden. Um 1914 waren dort bis zu 100 Arbeiter im Schichtdienst beschäftigt, nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Betrieb eingestellt. Im Zweiten Weltkrieg dürfte dort wieder Munition hergestellt worden sein, nach Kriegsende stand die Fabrik unter sowjetischer Kontrolle. Von der Fabrik selbst steht heute nur mehr das baufällige Verwaltungshaus.
Kampf gegen Glutnester im Boden
Elf Hubschrauber
Mehr als 830 Feuerwehrmitglieder und elf Hubschrauber standen vergangenen Freitag im Einsatz. Weil sich die Flammen in Richtung von Wohnhäusern ausbreiteten, mussten vorübergehend Siedlungen in der Katastralgemeinde Neusiedl am Steinfeld evakuiert werden. Die rund 250 Betroffenen konnten aber noch am selben Abend wieder nach Hause zurückkehren, nachdem das Feuer unter Kontrolle gebracht worden war. Betroffen waren von dem Brand insgesamt rund 64 Hektar.
Gefahr durch umstürzende oder beschädigte Bäume
Die Gemeinde wies auf Gefahr durch umstürzende bzw. beschädigte Bäume in dem betroffenen Gebiet hin, zudem seien nach wie vor Feuerwehrfahrzeuge unterwegs. „Wir ersuchen Sie daher, derzeit von Besichtigungsfahrten in den Brandbereich Abstand zu nehmen und die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit nicht zu behindern“, hieß es am Montag.
Eine Woche zuvor hatte sich ein Brand im Föhrenwald auf rund 100 Hektar ausgebreitet. Das Feuer soll ebenfalls durch Phosphor in Munitionsteilen einer gesprengten Fabrik verursacht worden sein. Der Brand gehört zu den größten in Niederösterreich in den vergangenen Jahren.
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