Skandal um die St. Pöltner Müllabfuhr: Dutzende Verdächtige
Seit mehr als einem Jahr wird bereits ermittelt (Symbolbild).
Es war die Stadt St. Pölten selbst, die im März 2025 einen möglichen Skandal öffentlich machte, der die Ermittler bis heute intensiv beschäftigt.
Damals wurde der Verdacht auf illegale Praktiken bei der Müllabholung laut. Involviert sein sollen nicht nur Mitarbeiter der städtischen Müllabfuhr, sondern auch Wirte in der Landeshauptstadt. Konkret ging es darum, dass Abfälle in erheblichem Umfang gegen private Gegenleistungen entsorgt worden sein sollen – ohne die dafür fälligen Gebühren zu entrichten.
Kurzum: Die Mitarbeiter der Müllabfuhr sollen für Sonderdienste mit Gratis-Essen bestochen worden sein, Gasthäuser sollen sich dadurch Gebühren erspart haben. Vereinzelt dürfte auch Bargeld geflossen sein.
„Verdachtsfälle restlos aufklären“
SPÖ-Bürgermeister Matthias Stadler zeigte sich angesichts der Verdachtsmomente jedenfalls fassungslos. „Solche Vorgänge haben in einer Stadtverwaltung nichts verloren. Wie kommen die ordentlichen Gebührenzahler dazu? Wir werden alles daransetzen, diese Verdachtsfälle restlos aufzuklären“, betonte er.
Drei Jahre Haft drohen
Diese Aufklärungsarbeit läuft seit mehr als 1 Jahr auf Hochtouren. Zuständig ist das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK).
KURIER-Informationen zufolge handelt es sich um einen äußerst umfangreichen Akt. Zu Beginn der Ermittlungen standen 44 Personen im Visier des BAK. „Gegen 9 Wirte hat sich der Verdacht allerdings nicht erhärtet, hier wurde das Verfahren bereits eingestellt“, berichtet Behördensprecher Thomas Korntheuer von der Staatsanwaltschaft St. Pölten.
Gegen die übrigen Verdächtigen wird unterdessen weiter ermittelt. Ihnen droht im Falle einer Verurteilung jedenfalls einiges an Ungemach. Der Strafrahmen für Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit liegt bei bis zu 3 Jahren Haft.
Suspendiert
In einem Gespräch mit den NÖN im September 2025 bezeichneten sich 2 ehemalige Mitarbeiter der Müllabfuhr als Bauernopfer.
Nach Angaben der beiden Männer seien fragwürdige Praktiken innerhalb der Müllabfuhr über Jahre hinweg bekannt gewesen. Dennoch seien zahlreiche Beschäftigte, die davon gewusst oder daran mitgewirkt hätten, weiterhin beim Magistrat tätig. Sie selbst hingegen seien nach Bekanntwerden der Vorwürfe suspendiert und schließlich aus dem Dienst ausgeschieden.
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