Chronik | Niederösterreich
05.12.2018

Mordhaus Himberg: Leiche war Freundin des Nebenbuhlers

Lebenslang Verurteilter könnte drittes Opfer auf dem Gewissen haben. Bei der Toten dürfte es sich um eine Slowakin handeln.

Mordermittler aus Niederösterreich stehen vor der Klärung eines spektakulären Kriminalfalles. Ein 54-jähriger Ungar, der 1997 in seiner Heimat seine Freundin erstach und 2015 in Himberg (Bezirk Bruck/Leitha) die nächste Lebensgefährtin ermordete, könnte ein weiteres Opfer auf dem Gewissen haben. Der Mann steht nun im Verdacht, auch die Lebensgefährtin seines 35-jährigen Freundes – und gleichzeitig Nebenbuhlers – getötet  zu  haben.

Drei Jahre nach der Bluttat in dem Abbruchhaus in Himberg wurde vergangenen Oktober in einem zugemüllten Raum des Hauses eine weitere, skelettierte Leiche gefunden. Der Gebrauchtwagenhändler Zoran S. wollte das Gebäude dem Erdboden gleich machen. Beim Ausräumen des Mülls machte der Mann die grausige Entdeckung und verständigte die Polizei.

Die menschlichen Überreste wurden diese Woche anscheinend identifiziert. Es dürfte sich um eine junge Slowakin handeln, die als vermisst gegolten hat. Die gefundenen persönlichen Gegenstände und die Kleidung passen zu jenen der Frau. Endgültige Sicherheit bringt jedoch erst das Ergebnis des DNA-Abgleichs. Deshalb hält sich die Polizei dazu noch äußert bedeckt und will keine Details bestätigen.

Die vermisste Slowakin war die Lebensgefährtin des 35-jährigen Nebenbuhlers. Die Paare dürften eine Zeit lang in dem Unterschlupf für Obdachlose in Himberg gehaust haben. Irgendwann zwischen 2014 und 2015 verschwand die Frau allerdings spurlos. In dieser Zeit könnte sie der Verdächtige getötet haben.

Als es am 30. Oktober 2015 zwischen dem 54-jährigen Verdächtigen, seiner Lebensgefährtin und dem 35-jährigen Bekannten aus Eifersucht zu einer Auseinandersetzung kam, warf er den Nebenbuhler aus dem Haus und erstach seine Freundin. Später versuchte er die Bluttat sogar dem Jüngeren in die Schuhe zu schieben.

Nun liegt es an den Mordermittlern und dem Gerichtsmedizinischen Institut in Wien, den Fall restlos zu klären. Nach Ergebnissen der Obduktion  könnte der Todeszeitpunkt der Slowakin zwischen 2014 und 2015 liegen. Das deckt sich mit ihrem plötzlichen Verschwinden.
Aufgrund des Verwesungszustandes der Leiche ist es allerdings fraglich, ob nach so langer Zeit noch ein gewaltsamer Tod festgestellt werden kann.

Am Mittwoch waren Tatort-Spezialisten des Landeskriminalamtes erneut im Mordhaus. Mit dabei war ein forensischer Anthropologe. Die Gerichtsmediziner sind auf die Identifizierung und Klärung von Todesursachen bei stark verwesten oder skelettierten Leichen spezialisiert. Sie können Todeszeitpunkte ziemlich genau eingrenzen, auch noch nach Jahren.