FPÖ-Politiker Michael Schnedlitz wurde bedroht

© KURIER/Patrick Wammerl

Prozess
10/18/2016

Morddrohung gegen FPÖ-Politiker: 25-Jähriger kommt in Anstalt

Student drohte Bürgermeister-Stellverteter von Wiener Neustadt umzubringen und Hochschule in Baden abzufackeln. Der Gerichtspsychiater stellte eine geistige Abnormität fest.

von Patrick Wammerl

In Zeiten, in denen Hasspostings und Drohungen vor allem in sozialen Netzwerken Überhand nehmen, stumpfen gerade Politiker immer mehr ab. Anders war das im heurigen Sommer, als der Wiener Neustädter FPÖ-Bürgermeister-Stellvertreter, Michael Schnedlitz, Morddrohungen erhielt und der Aggressor sogar mit einer schwarzen Rose im Rathaus-Büro auftauchte. Aus Angst vor einem Angriff wurden die Sprechstunden des Politikers abgesagt und das Büro wurde tagelang versperrt.

Verantwortlich für die Morddrohungen war ein 25-jähriger Verdächtiger. Der Student Kevin K. wurde am Landesgericht Wiener Neustadt am Dienstag in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Der Gerichtspsychiater, Manfred Walzl, hält den 25-Jährigen wegen einer "bipolaren Geistesstörung" für nicht ungefährlich.

Ein Studienkollege schilderte, wie sich K. vom netten Kumpel zu einem "aggressiven Sonderling" wandelte. Nach einer schlechten Benotung drohte er seinem Lehrer, ihm "die Fresse zu polieren" und die pädagogische Hochschule in Baden "abzufackeln". Auch Schnedlitz kündigte er an, sein Haus niederzubrennen. Daraufhin verließ die Lebensgefährtin mit dem gemeinsamen Sohn für einige Zeit die Wohnung.

Autounfall

Wieso er so einen Hass entwickelte, wollte Richterin Birgit Borns vom 25-Jährigen wissen. Eine schlüssige Antwort gab es nicht. Seiner Ex-Freundin machte Kevin K. das Leben zur Hölle, weil sie nicht zum Begräbnis seiner Großmutter kam. Bei Schnedlitz missfiel ihm die politische Gesinnung. Walzl glaubt nicht, dass die Erkrankung etwas mit einem Autounfall des jungen Mannes vor einigen Jahren zu tun hat. Damals musste ihm eine Metallplatte im Schädel eingesetzt werden.

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