Die Randegger Bürgermeisterin Claudia Fuchsluger,ÖVP, bekam anonymen Drohbrief zugeschickt

© KURIER/Wolfgang Atzenhofer

Randegg
12/02/2014

Morddrohung gegen Bürgermeisterin

In der Region um Randegg herrscht nach Gerichtssendung des ORF helle Aufregung.

von Wolfgang Atzenhofer

Trotz des beginnenden Gemeinderatswahlkampfes hat die geschockte Bürgermeisterin Claudia Fuchsluger (ÖVP) aus Randegg (Bezirk Scheibbs) einen kurzen Erholungsurlaub angetreten. Gegen sie und ihren Vorgänger Engelbert Wieser war vergangenen Freitag ein Brief mit "ganz konkreten Morddrohungen" am Gemeindeamt eingegangen.

Als die Todesdrohung eintraf, saß Fuchsluger im Büro des Scheibbser Bezirkshauptmannes Johann Seper, um zu beraten, wie sich die Gemeinde gegen eine Lawine von Beschimpfungen und Drohungen wehren könnte, die ein Bericht in der ORF-Sendung "Am Schauplatz Gericht" ausgelöst hatte. In der Sendung wurde breit über das Schicksal des Landwirts Leopold W., 57, und seine mittlerweile verstorbene Mutter Maria berichtet.

Ein ehemaliges Lagerhaus, das am Hochkogel in der Nähe von W.’s Hof in eine Ausflugsstation und später in ein Gasthaus umgebaut und umgewidmet wurde, war der Ausgangspunkt für einen jahrelangen Streit zwischen dem Bauer auf der einen Seite und der Gemeindeobrigkeit und den Behörden auf der anderen Seite. Hunderte Besucher des Panoramastüberls am Hochkogel bekamen die Feindschaft des Nachbarn zu spüren. Denn jedes noch so kleine Parkvergehen am angrenzenden Grund des Bauern quittierte dieser mit einer teuren Klage, der KURIER berichtete.

Hofsperre

Der Hochkogelbauer sorgte mit diversen undurchsichtigen Aktionen für Aufregung. 2010 schließlich verhängte Ortschefin Fuchsluger wegen gesundheitsgefährdender und baubehördlicher Mängel die Sperre des völlig verwahrlosten Hofs. Dass W. und seine Mutter über Antrag der Staatsanwaltschaft von der Cobra vom Hof geholt wurden, sorgte im ORF-Bericht für den emotionalen Höhepunkt.

In den Tagen darauf trudelten im Panoramastüberl Stornos und am Gemeindeamt Beflegelungen ein. "Der Bericht war mit Sicherheit verzerrt", nennt Bezirkshauptmann Johann Seper den TV-Beitrag eine "fast tragische Sache". Seine Behörde kam im Beitrag nicht zu Wort. Alle behördlich und baurechtlichen Belange seien von W. immer bis zu den Höchstgerichten bekämpft und verloren worden, sieht Seper keinen Grund mehr die Verfahren zu kommentieren. Für das Randegger Gemeindeamt und auch Wieser, der früher Miteigner des Hochkogelstüberls war, hat Seper erhöhte Wachsamkeit der Polizei angeordnet. Wegen der Drohung ermittelt die Landespolizeidirektion.

Fuchsluger kündigt an, dass man den ORF zur Richtigstellung auffordern wird. Wie die NÖN berichtete, wurde in Randegg von Mandataren eine Unterschriftenaktion gegen den ihrer Meinung nach tendenziösen ORF-Beitrag gestartet.

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