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Mord in NÖ: Hass auf Homosexuelle dürfte das Motiv sein

Ein 29-jähriger Wiener wurde in einem Haus in Langenzersdorf getötet. Der Verdächtige hat die Tat gestanden. Ist er Teil eines Pädo-Hunter-Netzwerks?
Polizeiwagen in Absperrband vor Wohnhäusern auf einer Straße.

Sie haben ihn doch noch zum Reden gebracht: Am Donnerstag gelang es Ermittlern des Landeskriminalamts Niederösterreich(Mordgruppe), jenen jungen Mann zu einem Geständnis zu bewegen, der in einem Haus in Langenzersdorf (Bezirk Korneuburg) einen 29-Jährigen mit bloßen Händen getötet haben soll.

Der mutmaßliche Täter, der bei einer ersten Befragung noch „wirre Angaben“ gemacht haben soll, gestand schließlich die brutale Attacke auf sein Opfer. Der Verdächtige, der auf das Haus eines Nachbarn aufgepasst hatte und deshalb Zugang dazu hatte, wurde anschließend in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert.

Vor allem die Frage nach dem Motiv treibt die Fahnder um. Die Landespolizeidirektion Niederösterreich, aber auch die Staatsanwaltschaft Korneuburg wollten dazu noch keine näheren Angaben machen, da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien.

Wie der KURIER bereits berichtete, dürfte sich mittlerweile jedoch der Verdacht verfestigt haben, dass der 29-Jährige in dem Haus in der Krottendorfer Straße in eine tödliche Falle gelockt worden sein könnte.

Getrieben von seinem Hass auf Homosexuelle soll der 18-Jährige, ein ungarischer Staatsbürger, so lange auf den Wiener, den er zuvor in sozialen Medien kennengelernt haben soll, eingeschlagen haben, bis dieser leblos am Boden lag.

In Ermittlerkreisen zeigt man sich angesichts der massiven Brutalität der Tat erschüttert. Der Fall zeige zudem, wie gefährlich die sogenannte Pädo-Hunter-Szene in Österreich mittlerweile sei, heißt es.

„Pädo-Hunter“ sind meist Jugendliche oder junge Erwachsene, die unter dem Vorwand des Kinderschutzes illegale Selbstjustiz ausüben, gezielt Gewalt gegen Männer anwenden und deren Taten häufig als homophobe Hasskriminalität eingestuft werden. Den Opfern wird in Chats oftmals fälschlicherweise Pädophilie unterstellt, um eine Rechtfertigung für die Angriffe zu konstruieren.

Versuchter Mord

Erst im vergangenen Mai wurden am Landesgericht Salzburg drei junge Männer und eine Frau zu langen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten mit Fake-Profilen auf einer Dating-Plattform einen Mann zu einem Treffen mit einer vermeintlichen 14-Jährigen gelockt. Das Opfer wurde schwer misshandelt und erlitt erhebliche Verletzungen. Bei einigen der Angeklagten erkannten die Geschworenen zudem auf versuchten Mord.

Ob der 18-Jährige, der nun in Untersuchungshaft auf seinen Prozess wartet, einem Netzwerk von Pädo-Huntern angehört, ist noch unklar. Die Ermittlungen in seinem Umfeld – unter anderem sollen noch Freunde und Angehörige befragt werden – sind noch nicht abgeschlossen.

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