Salzburg wählt Bürgermeister und Gemeindevertretungen

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Niederösterreich
02/08/2020

Mit 27 Jahren aus der Opposition auf den Bürgermeistersitz

Gemeinderatswahl: Obwohl die ÖVP nur zweitstärkste Partei ist, übernimmt sie in Lichtenwörth und Kaltenleutgeben die Führung.

von Theresa Bittermann

Neben großen Verlusten wie in Amstetten, Wiener Neustadt und Gmünd musste die SPÖ nun auch in kleineren Gemeinden zurückstecken. In Kaltenleutgeben (Bezirk Mödling) und Lichtenwörth (Bezirk Wiener Neustadt) ist sie zwar immer noch stimmenstärkste Partei, hat jedoch in beiden Fällen Mandate verloren, in Lichtenwörth fiel die Absolute. Gleichzeitig konnte die ÖVP in beiden Orten zulegen und dadurch eine Mehrheit abseits der SPÖ als stärkste Partei bilden. Eine Gelegenheit, die zwei junge Nachwuchspolitiker aus ÖVP-Reihen genutzt haben.

Manuel Zusag aus Lichtenwörth und Bernadette Schöny aus Kaltenleutgeben sind beide 27 Jahre jung und übernehmen in ihren Gemeinden die Führung.In Kaltenleutgeben bildet Schöny mit den Grünen eine Mehrheit im Gemeinderat. „Die beiden ehemaligen Regierungsparteien SPÖ und FPÖ mussten beide Mandatsverluste einfahren, während die Oppositionsparteien ÖVP und Grüne dazugewonnen haben. Ich sehe das als klaren Wählerauftrag in unsere Richtung“, so Schöny.

Anders sieht das der bisherige SPÖ-Bürgermeister Josef Graf: „Wir sind immer noch stimmenstärkste Partei. Das ist also kein Wählerauftrag, sondern ein Auftrag vom Land.“ Gespräche habe es sowohl mit den Grünen wie auch mit der SPÖ gegeben. Mit nur einem Mandat hätte die FPÖ beiden Großparteien nicht zu einer Mehrheit verholfen. Mit den Grünen hätte es letztendlich mehr Schnittmenge gegeben, heißt es von Schöny. Auch die Spitzenkandidatin der Grünen, Gabriele Gerbasits, sieht die größere inhaltliche Übereinstimmung mit der ÖVP.

Personaldebatte

In Lichtenwörth dürfte eine Personaldebatte um den bisherigen SPÖ-Bürgermeister Harald Richter die Entscheidung zu einem Arbeitsübereinkommen abseits der SPÖ bewirkt haben. Sowohl Andreas Feichtinger (FPÖ) als auch Johann Gergela (Zukunft Lichtenwörth) nannten als Bedingung in den Sondierungsgesprächen den Rücktritt Richters aus all seinen Ämtern. Der künftige Bürgermeister Zusag formulierte es vorsichtig, bei „Personalentscheidungen“ sei man uneinig gewesen.

Laut den drei ehemaligen Oppositionsparteien sei man somit zu keiner gemeinsamen Lösung mit der SPÖ gekommen. Richter selbst stellt den Sachverhalt komplett anders dar: keine der Parteien sei der SPÖ gegenüber gesprächsbereit gewesen.

Politische Erfahrung

Trotz ihrer jungen 27 Jahre sind Schöny und Zusag keine Polit-Neulinge. Beide haben bereits fünf Jahre als geschäftsführende Gemeinderäte hinter sich. Bernadette Schöny ist als Landesgeschäftsführerin der Jungen Volkspartei (JVP) Vollzeitpolitikerin. Manuel Zusag verpasste bei der vergangenen niederösterreichischen Landtagswahl nur knapp den Einzug.