Chronik | Niederösterreich
31.08.2017

Missbrauchsskandal: Verdächtiger lebte neben Schule

Die Polizei befürchtet weitere Opfer. Der Ortschef ist froh, dass der Mann ausgeforscht wurde.

Das Schulzentrum für Hunderte Kinder liegt nur wenige Meter vom Bahnwärterhäuschen entfernt, in dem sich ein pensionierter Eisenbahner in den vergangenen Monaten an Teenagern und jungen Erwachsenen sexuell vergangenen haben soll. Auf Grund der Nähe zu der Schule befürchten die Ermittler weitere Opfer des 63-jährigen Mannes.

Wie in Teilen des KURIER berichtet, steht der Pensionist im Verdacht, sich in Markt Piesting (Bezirk Wiener Neustadt) an den bereits Ärmsten und Schwächsten der Gesellschaft vergangen zu haben. Die bisher bekannten Opfer sind junge Frauen und Männer einer sozialtherapeutischen Pflegeeinrichtung, in denen auch misshandelte und traumatisierte Menschen untergebracht sind. "Der Kontakt dürfte im Bereich des Bahnhofs entstanden sein, wo er sich ihr Vertrauen erschlich", erklärt ein Ermittler. Für sexuelle Dienste soll es gewisse "Zuwendungen" wie Geld, Zigaretten und Übernachtungsmöglichkeiten gegeben haben.

Staatsanwalt

Laut Erich Habitzl von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ist der 63-Jährige wegen des Verdachts der Vergewaltigung, des sexuellen Missbrauchs mündiger Minderjähriger und der sexuellen Nötigung in U-Haft. Bisher sind fünf Opfer bekannt.

Bei der Polizei hat man allerdings die Befürchtung, dass die Dunkelziffer noch weit höher ist, da sich unmittelbar neben dem Bahnwärterhäuschen auch die Volks- und Musikschule, der Kinderhort sowie die Neue Mittelschule befinden.

"Die Nachricht über die Missbrauchsfälle war wie ein Keulenschlag. Es bleibt nun abzuwarten, ob sich noch andere Opfer melden. In dem örtlichen Umfeld bewegen sich täglich Hunderte Kinder", erklärt Piestings Bürgermeister Roland Braimeier. Er selbst ist Vater von Kindern, die sich ebenfalls im Schulbereich aufgehalten haben. "Gott sei Dank hat die Polizei die Angelegenheit einmal aufgedeckt", sagt Braimeier.

Der Verdächtige dürfte auch in sozialen Netzwerken aktiv gewesen sein und unter dem Pseudonym "L.... Bumsti" nach vorwiegend weiblichen Bekanntschaften gesucht haben. Die Polizeiinspektion Wöllersdorf hofft auch diesbezüglich auf sachdienliche Hinweise.