Bankomat Dürnstein in Gefahr: Stadtrat Helmuth Weiss fürchtet einen weiteren Infrastrukturverlust

© Gilbert Weisbier

Rückschlag
11/30/2013

Millionen Besucher, aber bald kein Bankomat

Das Gerät wird zu wenig genützt, um wirtschaftlich zu sein und ist ein Auslaufmodell

von Gilbert Weisbier

Dürnstein. Die Perle der Wachau und touristisch meist besuchte Ortschaft Niederösterreichs droht ihren – einzigen – Bankomaten zu verlieren. Der Grund sei, dass das Geldausgabegerät zu wenig frequentiert werde. Die Gemeinde bemüht sich um eine Lösung, denn Bankfiliale hat die kleine Stadt schon lange keine mehr. Die betreibende Bank will auch mithelfen. Doch die Zahlen sprechen derzeit noch dagegen.

„Das Gerät in Dürnstein ist veraltet und müsste durch ein neues ersetzt werden, weil für diese Bauart in einem Jahr keine Wartung mehr möglich ist. Sollte es dann einen Defekt geben, steht es“, erklärt Günter Graf, Vorstand der Kremser Bank. Bei dieser Gelegenheit habe man Umsatz und Betrag des Bankomaten durchleuchtet. Das ernüchternde Ergebnis: „Er bringt nur ein Drittel dessen, was er kostet.“

Kritik

FPÖ-Stadtrat Helmuth Weiss kritisiert: „Die anderen Mandatare hätten das so hingenommen. Ich habe dem Bankdirektor einen Brief geschrieben, um zu verhandeln. Ich verstehe das Geldinstitut, aber Dürnstein soll nicht weiter an Infrastruktur verlieren.“

„Das stimmt so nicht, ich war schon lange vorher deswegen mit der Bank in Kontakt“, entgegnet ÖVP-Bürgermeister Johann Schmidl.

Nun steht ein Vorschlag im Raum, dass die Gemeinde etwas dazuzahlt, damit ein Bankomat bestehen bleibt. Darüber herrscht geteilte Meinung. „Ein Vorschlag der Bank kommt in den nächsten Tagen. Dann ist es Sache des Gemeinderates darüber zu entscheiden“, bleibt Schmidl diplomatisch.

Viel weniger entspannt nimmt Martina Stöger, deren Familie einen Winzerhof betreibt, die Nachricht auf: „Bei uns kann man nur bar zahlen. Wir haben die Leute immer zum Bankomaten geschickt. Die müssten in Zukunft nach Weißenkirchen oder Krems fahren. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass der Automat so wenig genutzt wurde. Uns haben Kunden oft erzählt, dass er leer war.“

„Wir müssen die Bürger motivieren, den Automaten mehr zu nutzen. Vielleicht hilft das “, sagt Weiss.

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