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Schulden, Sparkurs, Burn-out: Ein Stadtchef steht unter Druck

Melks ÖVP-Bürgermeister Strobl steht nach einer längeren Auszeit vor einer Mammutaufgabe.
Panorama of the famous St. Peter and Paul Church in Melk Benedictine Abbey, Wachau Valley, Lower Austria

Patrick Strobl führt durch die Mole Melk. Das Restaurant am Hafenspitz, das im Jahr 2024 eröffnet wurde, ist nicht nur eine kulinarische Adresse für Einheimische, sondern soll vor allem Touristen anlocken. Zu Hunderttausenden kommen sie in die Stadt an der Donau . Die meisten reisen mit Schiffen oder Bussen an, ihr Ziel ist das Stift Melk.

Strobl, der im Jahr 2018 im Alter von 31 Jahren zum jüngsten Bürgermeister einer Bezirkshauptstadt gewählt wurde, wirkt gelassen, während er die Reisegruppen vor dem Gasthaus beobachtet. Dabei hat er eine große Aufgabe zu bewältigen: Er muss Melk finanziell wieder auf Kurs bringen. Die Situation ist äußerst angespannt, der Schuldenberg von rund 40 Millionen Euro könnte durchaus aufs Gemüt drücken.

Doch der ÖVP-Politiker lässt sich davon nichts anmerken. Er wirkt kämpferisch. Dabei war über die Wintermonate gar nicht klar, ob er jener Mann sein würde, der das Ruder noch einmal herumreißen soll.

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Strobl bei seiner Rückkehr ins Rathaus.

Strobl war erschöpft. Von einem Burn-out war die Rede, er nahm sich eine fast dreimonatige Auszeit. „Mir ist alles zu viel geworden. Ich habe immer Vollgas gegeben, von einem Termin zum anderen. Irgendwann hat mein Körper gesagt: Es geht nicht mehr. Ich habe eine Kur absolviert, jetzt bin ich wieder voll fit.“

Begleitet wurde seine Auszeit von Gerüchten. In Melk wurde über private Probleme spekuliert und darüber, dass sich Strobl nicht mehr in der Lage sehe, die Stadt finanziell wieder auf Kurs zu bringen.

Alles wird durchleuchtet

Nun will der Bürgermeister, der bei der Gemeinderatswahl 2025 die absolute Mehrheit erringen konnte, seine Kritiker Lügen strafen. Er stellt sich dem Schuldenabbau. Melk hat unter anderem das Zentrum für Verwaltungsforschung (KDZ) beauftragt, die gesamte Stadtgemeinde zu analysieren. Experten sollen Einsparungspotenziale aufzeigen.

Strobl betont allerdings auch, dass es nicht ohne Einschnitte gehen werde. „Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir einen Eislaufplatz betreiben können, der uns einen Abgang von 80.000 Euro beschert hat. Wir müssen überlegen, ob es möglich ist, die Bücherei mit ehrenamtlichen Mitarbeitern zu führen“, sagt er.

Der Eintritt für das traditionelle Höfefest wird heuer angehoben, um kostendeckend zu sein. Weitere Maßnahmen dürften folgen.

Wenig Unterstützung

Politisch darf sich Strobl nicht viel Unterstützung erwarten. Eigentlich habe er alle Parteien mit ins Boot holen wollen, um gemeinsame Pläne zu entwickeln und Melk finanziell wieder in die richtige Richtung zu bringen. „Aber nur die Grünen bringen sich konstruktiv ein, Rot und Blau machen nicht mit“, erzählt er.

Dann muss Strobl schon wieder weiter. Unter anderem soll er die Fusion zweier Musikschulverbände begleiten. Rund 700 Schüler sind davon betroffen. Strobl ist nach seinem Burn-out zurück – und muss gleich wieder Vollgas geben.

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