© Privat

Chronik Niederösterreich
08/26/2019

Melk: Ein Hafen für 900.000 Reisende

Ein neues Schifffahrtszentrum soll ab dem Jahr 2021 die Touristen empfangen. Dazu wird bald eine neue Brücke gebaut.

von Johannes Weichhart

Hoch über der Donau thront das Stift Melk, mehr als 540.000 Menschen besuchen jährlich das Wahrzeichen der Wachau, das auch zum UNESCO-Welterbe zählt. Ein Großteil der Gäste reist per Schiff an, zu Fuß oder mit dem Bus geht es dann in die Innenstadt.

Jahrelang wurde schon darüber diskutiert, den Hafen am sogenannten Melker Hafenspitz zu erneuern. Doch das Millionen-Projekt drohte zu scheitern, weil sich das Stift für die Abtretung von Grundstücken eine Einigung bei der Lustbarkeitsabgabe erwartet hatte.

Mittlerweile haben sich die Wogen wieder geglättet, nach vielen Gesprächen konnte Bürgermeister Patrick Strobl mit den Benediktinermönchen eine Einigung erzielen. Damit steht nun auch dem Vorhaben auf der Donauinsel nichts mehr im Wege. Ein erster, wichtiger Schritt wurde vor wenigen Tagen mit der Ausschreibung für den Neubau der Brücke über den Donaualtarm und die neuen Verbindungsstraßen bereits getan.

Neue Brücke

Bislang mussten Busse und Autos über eine Behelfsbrücke rollen, die vor neun Jahren von Pionieren des Bundesheeres errichtet wurde. „Es ist also höchst an der Zeit, dass die neue Brücke kommt“, betont Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann. Die künftige Überquerung soll zweispurig sein, zudem gibt es einen Weg für Fußgänger. Am Hafenspitz selbst soll ein neues Schifffahrtszentrum entstehen, ein Naherholungsgebiet mit Radwegen ist ebenfalls geplant, die Verlegung des Campingplatzes bereits beschlossene Sache.

Dass der neue Hafen massentauglich sein muss, zeigen auch die Zahlen. Bis zu 400.000 Passagiere werden jährlich von den Kreuzfahrtschiffen nach Melk gebracht, auf den Linienschiffen (Melk-Krems) sind es rund 300.000. Rechnet man noch die Radtouristen dazu, die auf dem Donauradweg unterwegs sind, kommt man auf 900.000 Reisende pro Jahr. „Dieses Projekt ist für die Stadt und den Tourismus deshalb sehr wichtig“, sagt Kaufmann. Wenn die Gespräche mit dem Land Niederösterreich erfolgreich verlaufen, könnte der Hafen bis zum Sommer 2021 fertiggestellt sein.