Mehr Züge für Niederösterreich

ÖBB / Harald EisenbergerBILD zu OTS - Mit dem Zugticket zum Diskontpreis wollen die ÖBB neue Kunden für das Bahnfahren begeistern.
Foto: ÖBB / Harald Eisenberger Schneller soll die Verbindung von NÖ nach Wien werden: Ministerin verspricht 25 Minuten Fahrzeit, wenn der Lainzer Tunnel in Wien fertig ist.

45 Minuten von St. Pölten zum Flughafen und 42 zusätzliche Züge auf der Westbahn: Bund und Land bauen den öffentlichen Schienenverkehr aus.

Laut ÖBB-Fahrplan dauert die Fahrt mit dem Railjet von St. Pölten nach Wien derzeit 40 Minuten. Der Verkehrsministerin ist das zu langsam. Die Westbahn-Neubaustrecke und der Lainzer-Tunnel in Wien sollen die Fahrtdauer auf 25 Minuten drücken. Und Doris Bures kündigt an: "2014 wird man mit dem Zug von St. Pölten in 45 Minuten am Flughafen Wien-Schwechat sein. Heute dauert die Fahrt noch eine Stunde länger."

Dass die Neuerungen Geld kosten ist Bures bewusst, aber sie sagt: "Sparen allein wird Österreich nicht retten. Wir müssen auch klug investieren. Gerade dort, wo es um die Lebensqualität der Bevölkerung geht."

Aktuell pendeln täglich 180.000 Niederösterreicher in die Bundeshauptstadt, ein Drittel davon fährt Bahn. Aus Sicht von Landeshauptmann Erwin Pröll soll sich nicht nur dieser Wert verbessern, das Gesamtangebot der ÖBB in NÖ soll es tun. Am Montag wurde deshalb die künftige Kooperation mit den Bundesbahnen bis zum Jahr 2019 fixiert. Der KURIER kennt die wichtigsten Eckdaten des neuen Verkehrsdienstvertrags.

27 Millionen Euro

Das Land wird künftig 27 statt wie bisher 18 Millionen Euro pro Jahr beisteuern. Diese Summe sichert das bestehende Angebot – inklusive aller aktuell betriebenen Nebenbahnen – ab. Laut ÖBB-Chef Christian Kern ist einzig die Güterverbindung Freiland-St. Aegyd in Diskussion. "Hier gibt es noch Verhandlungen mit den Betrieben der Region."

Der neue Verkehrsdienstevertrag soll neben schnelleren Pendlerverbindungen auf der neuen, auch Taktverdichtungen auf der alten Westbahnstrecke bringen. Ab Dezember werde es auf der Westbahnstrecke 42 zusätzliche Züge geben.

Erstmals sei "nach Schweizer Muster", so Pröll, die Pünktlichkeit geregelt, die bei 95 Prozent liegen müsse. Andernfalls gebe es Abzüge. Ebenfalls geregelt seien Sauberkeit und Schadensfreiheit von Zuggarnituren.

Kern bezeichnete den neuen Vertrag als "Geschäftsabschluss mit einem unserer größten Kunden". Das Land wird nämlich auch bei der Modernisierung des Wagenmaterials mitzahlen. Der zuständige Landesrat Karl Wilfing stellte in Aussicht, dass mit Frühjahr 2014 in NÖ 35 neue Nahverkehrszüge unterwegs sein werden. Ein Großteil davon soll auf der Franz-Josefs-Bahn verkehren.

Der neue Vertrag bringt auch eine Entscheidung für die Gutensteinbahn: Sie wird bis 2019 weiterfahren. Wilfing räumt aber ein, dass die nächsten acht Jahre zeigen würden, welche Regionalbahnen tatsächlich darüber hinaus bestehen bleiben.

Bus und Bahn: Zahlen, Daten, Fakten Verkehr Die ÖBB führen in ganz Österreich täglich 4300 Züge. 1828 Garnituren sind laut Verkehrslandesrat Karl Wilfing täglich von und nach Wien unterwegs. Dazu kommen noch 3241 Busse von und in die Bundeshauptstadt. Kosten Das Land zahlt mit dem neuen Verkehrsdienstevertrag künftig 27 Millionen Euro pro Jahr für das ÖBB-Angebot und 3 Millionen Euro für weitere Angebotsverbesserung. Insgesamt gibt NÖ 86 Millionen Euro für seinen öffentlichen Verkehr aus.

(kurier) Erstellt am
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