Mann tauchte mit 10-jähriger Tochter unter

© Bild: REUTERS Heinz-Peter Bader

In Korneuburg hat sich ein Fall von Kindesentziehung ereignet - der Vater brachte das Kind allerdings nach einigen Stunden zurück.

Große Aufregung gab es am Donnerstag in Korneuburg: Um 10 Uhr hätte Wolfgang H. im Bezirksgericht seine zehnjährige Tochter Vanessa an seine Ex-Frau übergeben sollen. Doch der ehemalige Manager kam nicht – und tauchte mit Vanessa unter. Stunden später allerdings brachte der Mann sein Kind dann doch zurück.

Der Sorgerechtsstreit zwischen Wolfgang und Simona H. schwelt seit Jahren. Das Gericht (drei Instanzen) entschied: Tochter Vanessa kommt zur Mutter. Der 15-jährige Sohn hingegen kann auf eigenen Wunsch hin beim Vater in Seyring, Bezirk Wien-Umgebung, bleiben.

Davor war Simona H. nach einer schweren Krankheit des Vaters in ihre Heimat Sizilien zurückgekehrt – mit der Tochter. "Sie hat Vanessa regelmäßig nach Österreich zum Kindesvater geschickt. Zuletzt zu Ostern des vorigen Jahres", erzählt eine Verwandte. Doch das Mädchen kehrte nicht mehr zur Mutter zurück. "Er hat dem Kind den Kontakt zu Simona untersagt."

Am 3. April fiel schließlich die Entscheidung: Der 52-jährige Kindesvater muss das Mädchen an die Mutter übergeben. "Er hätte die Kleine schon am Vortag zu mir bringen sollen", erzählt die Verwandte. Doch Wolfgang H. kam nicht. Auch nicht Donnerstagvormittag. Mutter und Anwältin warteten vergeblich. "Das Wohl des Kindes ist uns das Wichtigste", betonte Rechtsanwältin Christine Kolbitsch.

Abnahme

Das Bezirksgericht Korneuburg ordnete am Donnerstag daraufhin die Ab­nahme des Kindes durch einen Gerichtsvollzieher – unter allfälliger Beiziehung eines Kinderpsychologen – an. Auch die Polizei war nach einer Anzeige auf der Suche nach dem 52-jährigen Mann.

Donnerstagnachmittag keimte dann Hoffnung bei Mutter Simona H. auf: Ihr Ex-Mann Wolfgang H. soll sich mehrfach entschuldigt und sich entschlossen haben, seine Tochter doch an die Mutter zu übergeben.

Ein erneuter Anlauf, Vanessa zur Mutter zu bringen, glückte am frühen Nachmittag.

Mehr zum Thema

  • Hintergrund

  • Kommentar

Erstellt am 05.04.2012