Chronik | Niederösterreich
03.02.2018

Magna Racino-Verkauf: Rätseln um Zukunft ohne Pferde

Mit dem Verkauf des Pferdesportparks ist unklar, wie es mit der Anlage weitergeht.

Der Rennbetrieb war schon länger ins Straucheln geraten, nun steht das Magna Racino – Österreichs größte Pferdesportanlage – in Ebreichsdorf (Bezirk Baden) zum Verkauf. Wie am Donnerstag bekannt wurde, will sich Eigentümer Frank Stronach wirtschaftlich aus Österreich zurückziehen. Außer dem Racino soll auch ein Golfplatz sowie ein Wohnpark neben der Anlage veräußert werden. In der Gemeinde fragt man sich nun, was aus dem mehrere hundert Hektar großen Areal werden soll. Mit der Lage in Natur- und Vogelschutzgebieten und einer Widmung als Grünland bzw. für Pferdesport sind Projektentwicklern Grenzen gesetzt.

Es gebe bereits Interessenten, sagt Stronachs Anwalt Michael Krüger, der auch als Geschäftsführer der Frank Stronach Beteiligungs GmbH, fungiert. Fakt ist, dass von dem Racino-Verkauf 100 Arbeitsplätze betroffen sind und auch der Austrian Racehorse Owners Club sein Zuhause verlieren könnte. Die weitere Zukunft ist offen.

Natura 2000

"Was mit dem Magna Racino passiert, kann ich ihnen nicht sagen", erklärt Bürgermeister Wolfgang Kocevar. Durch die Widmung ist die Nutzung limitiert. Dazu kommt, dass Teile des Areals in einem Natura-2000-Gebiet liegen. Umwidmungen auf Bauland wären laut Land NÖ schwierig. "Zubauten sind sicher nur mit Einschränkungen möglich", sagt auch Kocevar. Generell sei es im Interesse der Gemeinde, dass ein Nachnutzer gefunden wird, der das Areal erhält. "Das heißt nicht, dass die nächsten hundert Jahre Pferde laufen müssen."

Sollte ein Investor auf die Gemeinde zukommen, werde man dessen Pläne prüfen. "Wir schauen uns an, ob sie in Einklang mit der Natur zu bringen sind und ob sie uns gefallen." Nur dann wäre eine etwaige Umwidmung in Abstimmung mit dem Land überhaupt möglich.

Nun muss abgewartet werden. Zwar gibt es laut Kocevar Gerüchte, dass der Reitsport weitergeführt werden soll, Konkretes ist aber nicht zu erfahren. Das sei Sache des Käufers, sagt Anwalt Krüger. Ob man sich vorstellen kann, an die Gemeinde zu verkaufen? "Nein, das kann sich keine Gemeinde in Niederösterreich leisten."