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Chronik | Niederösterreich
01/21/2019

Trauermarsch nach Mädchenmord: "Nicht der Ort, um zu politisieren"

Der Verfassungsschutz überwacht die Mahnwache, die friedlich zu Ende ging.

Nachdem am vergangenen Samstag 700 Menschen bei einem Trauermarsch in Wiener Neustadt der ermordeten Manuela K. gedachten, kam es Montagabend zur nächsten Kundgebung unter dem Titel „Eine Kerze für Manuela“. Dieses Mal wurde zu einer Mahnwache an jenem Ort aufgerufen, an dem vor einer Woche die Leiche des 16-jährigen Mädchens gefunden wurde – verscharrt unter Ästen und einem Laubhaufen im Anton Wodica Park. Mehr als 200 Personen waren gekommen. Sie stellten Hunderte Kerzen auf.


Nachdem es im Vorfeld Aufrufe rechter Gruppierungen gab, an der Kundgebung teilzunehmen, hatten sowohl die Veranstalter als auch die Polizei Sorge vor Zwischenfällen. Die Angst war jedoch unbegründet. „Es ist weder der richtige Ort noch der richtige Rahmen, um zu politisieren oder irgend welche Botschaften hier loszuwerden. Wir werden heute nur Manuela gedenken. Mein absolutes Beileid und mein Mitgefühl den Hinterbliebenen“, brachte es der Wiener Neustädter Unternehmer Michael Kietreiber auf den Punkt. Er war damit der erste und der einzige Teilnehmer, der an diesem Abend was Wort ergriff.

Nach dem Mozart-Requiem, das über die Lautsprecher erklang, wurde mit einer Schweigeminute der 16-Jährigen gedacht. Anschließend wurden Spenden für das Begräbnis des ermordeten Mädchens gesammelt, außerdem konnten die Teilnehmer der Trauerkundgebung auf dem Bild eines weinenden Teddybären unterschreiben. Manuela liebte die plüschigen Stofftiere.
Für die Polizei gab es bei beiden Kundgebungen keinen Grund einzuschreiten, bestätigt Sprecher Johann Baumschlager. Weil der syrische Ex-Freund des Opfers, Yazan A., als dringend Tatverdächtiger in dem Mordfall gilt, war es im Vorfeld zu Debatten über den Umgang mit straffällig gewordenen Asylwerbern gekommen.