Versteigerung gescheitert: Wie es mit dem Lindenhof weitergeht
Sechs Pavillons befinden sich auf dem Areal.
Seit etlichen Jahren liegt der Lindenhof in Eggenburg (Bezirk Horn) im Grunde brach. Die Anlage diente seit den 1920er-Jahren vorwiegend als Erziehungsanstalt. Zuletzt fand in den Gebäuden die Ausbildung von Lehrlingen statt, bevor der Betrieb 2013 eingestellt wurde. Seither hat das Areal für die Stadt Wien keine Verwendung mehr.
Daher soll der Lindenhof verkauft werden. Doch ein erstes Bieterverfahren endete ohne Erfolg. Vorerst verbleibt das parkartige Areal samt seiner schmuckvollen Gründerzeitpavillons weiterhin im Eigentum der Stadt. Im Zuge der Versteigerung habe sich die Stadt bereits ein Bild vom Markt machen können. Darauf aufbauend würden nun die nächsten Schritte ausgearbeitet.
Verein konnte Summe nicht aufbringen
Mindestens einen Interessenten hat es jedenfalls gegeben: Der gemeinnützige Verein „Zukunft Lindenhof“ wollte die Anlage kaufen und umgestalten. Ziel war es, eine Gruppe an Investorinnen und Investoren zu formieren, um als Bietergemeinschaft an der Versteigerung teilzunehmen. Schlussendlich konnte die notwendige Summe von über 4 Millionen Euro jedoch nicht aufgebracht werden.
Dennoch hält Elisabeth Schuh weiterhin an dem Areal fest. Die Architektin ist Initiatorin von „Zukunft Lindenhof“ und hat unter anderem ein potenzielles Nutzungskonzept für die rund vier Hektar umfassende Fläche erarbeitet. Im Zentrum des Entwurfs stehen die Schwerpunkte Gesundheit, Wohnen und Kultur. Ziel sei eine gelungene Mischung, die eine dauerhafte Nutzung ermöglicht und zugleich Raum für Begegnung schafft.
Elisabeth Schuh vor einem der Gründerzeitpavillons.
Schuh unterstreicht im Gespräch mit dem KURIER die Bedeutung von Arealen wie dem Lindenhof. Gerade angesichts der wachsenden Zahl an Hitzetagen seien solche Flächen von zentraler Bedeutung für die Klimaresilienz. Der Verein hoffe daher darauf, dass die Stadt Wien das Gelände künftig nicht länger leer stehen lässt. Schließlich koste es die Stadt ebenfalls Geld, die Fläche brachliegen zu lassen. Und: „Die Interessenten, die das nutzen wollen, sind absolut da“, sagt Schuh über das Potenzial des Areals.
Enttäuscht über die gescheiterte Bietergemeinschaft sei man nicht. Dieses Ergebnis habe sich bereits abgezeichnet. Dennoch hält der Verein am Lindenhof fest. Im Hintergrund werde bereits an neuen Plänen gearbeitet. „Insofern bin ich optimistisch, dass das Projekt nicht gestorben ist“, so die Architektin.Näher eingehen möchte Schuh darauf vorerst allerdings nicht.
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