Wie der Lindenhof zu neuem Leben erwachen könnte

Eine Außenaufnahme eines villenartigen Pavillons am Gelände des Lindenhofs.
Nach rund zwei Jahren Reifephase präsentierte Architektin Elisabeth Schuh kürzlich ein mögliches Nutzungskonzept für das Areal.

Elisabeth Schuh ist hörbar zufrieden. Nach mehreren Veranstaltungen, intensiven Dialogen und durchgeführten Untersuchungen nimmt die Zukunft des Lindenhofs in ihrem Heimatort Eggenburg zunehmend Gestalt an. Kürzlich legte die Architektin und Initiatorin des gemeinnützigen Vereins "Zukunft Lindenhof" nach einer rund zweijährigen Reifephase ein mögliches Nachnutzungskonzept für die verwaiste Anlage vor. "Das Ziel, das Potenzial zu prüfen, was auf diesem Areal möglich ist, das haben wir erreicht", erklärt Schuh.

Im Zentrum des Entwurfs stehen die Schwerpunkte Gesundheit, Wohnen und Kultur. Ziel sei eine gelungene Mischung, die eine dauerhafte Nutzung ermöglicht und zugleich Raum für Begegnung schafft, heißt es seitens des Vereins. Die Entwicklung fand in Absprache mit der lokalen Politik und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der heimischen Bevölkerung statt.

Eine bunte Skizze des Areals, am Computer gezeichnet.

Schuhs Nutzungskonzept für das leerstehende Lindenhof-Areal.

Investorensuche

Aktuell befindet sich das parkartige Areal noch im Besitz der Stadt Wien. Die schmuckvollen Gründerzeitpavillons dienten seit den 1920er-Jahren vorwiegend als Erziehungsanstalt. Zuletzt fand in den Gebäuden die Ausbildung von Lehrlingen statt, bevor der Betrieb 2013 geschlossen wurde. Seither hat das Areal für die Stadt keine Verwendung mehr. Im ersten Quartal 2026 soll der Lindenhof im Rahmen eines Bieterverfahrens veräußert werden.

Die Gemeinde selbst könne und dürfe sich an dem Verkauf nicht beteiligen, sagt Bürgermeisterin Margarete Jarmer (ÖVP). Der finanzielle Spielraum fehlt: "Wir sind eine Sanierungsgemeinde und sind abhängig von den Zuschüssen vom Land", so die Ortschefin. Den präsentierten Plänen von Schuh stehe die Gemeinde positiv gegenüber: "Jedes Projekt, das dazu beiträgt, dass aus diesem Areal wieder etwas Nutzbares gemacht wird, befürworten wir natürlich."

Mit den Plänen für eine künftige Verwendung ist die Arbeit des "Verein Lindenhof" jedoch nicht getan. So wird weiterhin versucht, eine Bietergemeinschaft zu formieren. Ziel ist es, eine Gruppe an Investorinnen bzw. Investoren zu bilden, um das Areal zu kaufen und umzugestalten.

Der Ausrufungspreis für die Anlage dürfte laut Schuh bei über vier Millionen Euro liegen. Für die anschließend notwendigen Renovierungsmaßnahmen wäre voraussichtlich ein höherer zweistelliger Millionenbetrag notwendig, nicht zuletzt aufgrund des Denkmalschutzes. Bei der Suche nach möglichen Geldgebern haben sich laut Schuh bereits erste Interessenten gefunden: "Es gibt die ein oder andere Zusage, aber wirklich fix ist es natürlich erst, wenn das Geld auf einem Konto ist."

Parallel dazu hält der Verein nach künftigen Nutzerinnen und Nutzern Ausschau. Nähere Informationen zu den Plänen und dem Projekt finden sich unter www.zukunft-lindenhof.at.

Kommentare