© Naturbestattung/Marlies Zadrobilek

Chronik Niederösterreich
04/22/2021

Letzte Ruhestätte unter Waldviertler Bäumen

Litschau im Bezirk Gmünd plant ersten „Waldfriedhof“.

von Marlene Penz

In Gießhübl im Bezirk Mödling, in Bisamberg im Bezirk Korneuburg, in Wien und in Tirol gibt es schon „Wälder der Ewigkeit“. Dort finden Natur- bzw. Baumbestattungen statt. Nicht in einem Grab, sondern bei den Wurzeln eines Baumes in einer Urne findet man die letzte Ruhestätte.

Während die Feuerbestattung schon länger immer gefragter wird und die Friedhöfe um immer mehr Urnengräber bzw. Urnenhaine erweitert werden, nimmt die Bestattungsbranche nun auch vermehrt die Nachfrage nach Naturbestattung wahr. Laut einer Umfrage im Auftrag der Friedhöfe Wien aus dem Jahr 2019 können sich 66 Prozent eine solche alternative Bestattungsart vorstellen. Hoch im Kurs: Wald- und Baumbestattungen mit 77 Prozent.

Diesen Trend berücksichtigend, will nun die Stadtgemeinde Litschau (Bezirk Gmünd) einen „Waldfriedhof“ ermöglichen – den ersten im Waldviertel. „Die Idee kam von der Stadträtin für Kultur und Veranstaltungen, die im Brotberuf Religionslehrerin ist“, erklärt Stadtamtsleiter Jürgen Uitz, der für Friedhofsbelange zuständig ist. „Wir haben uns mit einem Bestatter beraten und er hat gesagt, dass es immer häufiger Anfragen bezüglich Baumbestattungen geben würde“, so Uitz. Da ohnehin eine Umgestaltung des Friedhofsareals geplant sei, würde der Bestatter raten, Baumbestattungen gleich mitzuplanen. Im Herbst soll Litschau eine neue Leichenhalle auf einem Areal hinter dem Friedhof erhalten. „Die alte ist in die Jahre gekommen. Am Friedhof selbst wird nichts geändert, aber ein Urnenhain ist geplant, derzeit haben wir so etwas noch nicht“, führt Uitz aus. Hinter der Halle wäre ausreichend Platz für einen „Waldfriedhof“.

Bürgerbefragung

Wie der genau aussehen soll, ist noch nicht klar, zunächst werden die Bürgerinnen und Bürger gefragt, ob sie Interesse an einer Baumbestattung haben. „Nächste Woche geht eine Umfrage in der Gemeindezeitung hinaus“, erklärt Uitz. Wenn das nur für Einzelne relevant wäre, dann werden wohl Bäume gepflanzt, wenn es aber 50 bis 60 wären, könnte man auch auf einen Wald der Gemeinde zurückgreifen. „Es soll in jedem Fall – genauso wie der Urnenhain – konfessionsfrei sein, es wird keine religiösen Symbole geben, damit alle Glaubensgemeinschaften hier bestatten können“, betont Uitz. 

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