Neue Lehrpfade durch Welterbe-Wiesen im Mostviertel

Fünf Mostbarone öffnen ihre Streuobstwiesen und bieten auf kostenlos nutzbaren Erlebnispfaden Infos über Biodiversität, Birnbaum-Kultur und Obstverarbeitung an.
Mostbarone beim Lehrpfad des Seppelbauern in Pittersberg

Im Bemühen um den Erhalt der Mostviertler Kulturlandschaft mit den rund 300.000 einzigartigen Birnbaumriesen in den Streuobstwiesen bringt eine Gruppe von Mostbaronen neue Erlebnisangebote ins Spiel. Rechtzeitig zur anstehenden Birnbaumblüte und zur nö. Landesausstellung in Mauer wurden neue Lehr- und Erholungswege in privaten Obstgärten geschaffen.

Die fünf Streuobstwiesen-Lehrpfade finden sich verteilt im zentralen Mostviertel in Nachbarschaft zu fünf bekannten Mostbaron-Betrieben. Zwei Jahre lang habe man das Projekt vorbereitet, das Ausflüglern, Touristen und Einheimischen den ökologischen Wert der Streuobstwiesen und auch die Nutzung und Produktvielfalt aus dem dort geerntetem Obst veranschaulichen soll, sagt der Obstbauer und Primus der Mostbarone, Bernhard Datzberger.

Die Lehrpfade machen die Streuobstwiese als Lebensraum, Kulturlandschaft und Grundlage von landwirtschaftlicher Produktion erlebbar. Studien dokumentieren, dass derartige Wiesen als Schätze der Biodiversität 5.000 Tier- und Pflanzenarten beheimaten. "Die Leute erleben die Birnbäume nur im Vorbeifahren und können sie nun direkt wahrnehmen“, erklärt der Neuhofner Hotelier und Mostbaron Johannes Scheiblauer.

Welterbe

Im Bereich seines Relax-Resorts Kothmühle beschert der Lehrpfad konkret erlebbare Biodiversität, Ruhe, Erholung und Naturwahrnehmung.

Die fünf Lehrpfade durch die Streuobstwiesen, die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet wurden, geben Informationen zu den vorhandenen Birnbäumen, weisen aber auch individuelle Schwerpunkte auf, so Mitinitiatorin Sissy Selner vom Mostlandhof in Purgstall.

Hotelier und Mostbaron Scheiblauer (r.)

Hotelier und Mostbaron Scheiblauer (r.)

Der bei ihrem Betrieb schon früher angelegte Obstlehrpfad wurde durch "Grimbarts Rätselrunde für Kinder“ ergänzt. Mit einem herzigen Dachs als Maskottchen gilt es, Obstdiebe zu fassen. „Genuss am Tisch – vom Baum ins Glaserl“ ist das Thema des Lehrpfads beim Genussbauernhof Distelberger in Gigerreith bei Amstetten.

Baumpflege, Obstvielfalt und spezielle Orte mit einem Dörrhaus oder einer Riesenschaukel bietet der Rundweg beim „Seppelbauer“ Datzberger in Pittersberg. Tierische Bewohner, wie Fledermäuse, Bienen oder Amphibien thematisiert der Weg beim Heurigen Reikersdorfer in Neuhofen.

Die Lehrpfade sind zwischen 600 und 1.600 Meter lang und jederzeit kostenlos zu nutzen. Eine Einkehr bei den dazugehörigen Mostbaron-Betrieben gilt aber als empfehlenswerte Wertschätzung.

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