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Lavendel: Das violette Gold des Weinviertels

Im Weinviertel blühen momentan die Lavendelfelder. Ein Landwirt erklärt, wofür sich die Pflanze eignet und wie man sie anbaut.
Violette Lavendelblüten, auf die eine Biehne zufliegt.

Trockene, gelb-grüne Felder, so weit das Auge reicht - so sieht es momentan vielerorts im Weinviertel aus. Nicht aber in Kleinebersdorf (Bezirk Korneuburg), dort blitzen immer wieder violette Farbflecken in der eintönigen Landschaft auf. Es sind Lavendelfelder, deren Geruch Besucherinnen und Besucher schon von Weitem wahrnehmen. Wie es zu den Feldern kam, erzählt Lavendelbauer Maximilian Strick eine Woche vor der Ernte gegenüber dem KURIER.

Trockenresistente Pflanze

„Der Lavendel wächst hier seit vier Jahren", erklärt der junge Landwirt, als er durch die violetten Pflanzenreihen schreitet. „Und seit drei Jahren machen wir Öl daraus." Die Idee zum Lavendelanbau kam dem 24-Jährigen während seines Studiums an der Universität für Bodenkultur in Wien. 2021 erwarb die Familie Strick dann die ersten Setzlinge aus Frankreich. 

Landwirt steht in einem blühenden Lavendelfeld.

Lavendelbauer erntet Lavendel-Blüten

Blühende Lavendelfelder vor hügeligen, trockenen Ackerflächen unter blauem Himmel.

Warum sich Strick für Lavendel entschieden hat, erklärt er so: „Durch den Klimawandel wird es auch hier bei uns im Weinviertel immer trockener und Lavendel ist eine sehr trockenresistente Pflanze." Die Hitzewelle der letzten Wochen störe die Pflanzen somit überhaupt nicht. Auch ansonsten seien die violetten Gewächse recht pflegeleicht. Einzig Unkrautjäten müsse die Familie regelmäßig und das per Hand. „Wir sind ein biologischer Betrieb, das bedeutet sehr viel Handarbeit", betont der Lavendelbauer. 

30 Hektar Violett

Auf einer Fläche von 30 Hektar wachsen im Weinviertel mittlerweile rund 450.000 Lavendel-Pflanzen, die im Juni in Vollblüte stehen. Strick selbst bewirtschaftet nur ein Feld, befreundete Landwirte, die er mit ins Boot holen konnte, die anderen 16. Der 24-Jährige konzentriert sich unterdessen vorrangig auf die Verwertung des violetten Golds. 

Mithilfe einer Wasserdampfdestille werden aus den wohlriechenden Blüten ätherische Öle gewonnen, die österreichweit in Apotheken zum Verkauf stehen. Diese benötigen das Öl vor allem wegen seiner beruhigenden Wirkung: „Lavendel ist ein natürliches Schlafmittel, es wirkt entspannend, riecht gut und kann auch als Schutz gegen Insekten verwendet werden", so der Landwirt. 

Touristische Attraktion

Touristinnen und Touristen erfreuen sich ebenfalls an dem Anblick der Lavendelfelder: "Diese violetten Felder sind echt wunderbar", ruft eine Schaulustige dem Landwirt zu, während er einzelne Lavendelzweige auszupft. Auf der Landstraße hätten sich laut Strick sogar schon Unfälle ereignet, weil Touristinnen und Touristen ihre Blicke nicht von den davor liegenden Feldern wenden konnten. 

Damit ist aber spätestens Ende Juni Schluss, denn ab nächster Woche steht die Ernte an. Bis dahin erstrahlen die violetten Blüten allerdings noch in ihrer ganzen Pracht und bringen so ein klein wenig Farbe, in die trockene Ackerlandschaft. 

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