Hohe Dieselpreise belasten Niederösterreichs Agrarwirtschaft
Der Betrieb von Traktoren und Mähdreschern wird durch die steigenden Dieselpreise immer teurer.
Von der Ernte bis zum Transport - in der Agrarwirtschaft werden dieselbetriebene Fahrzeuge wie Traktoren, Mähdrescher und Lkw für nahezu alle Arbeiten benötigt. Seit Beginn des Iran-Krieges haben sich die Preise für Kraftstoffe wie Diesel und Benzin jedoch stark erhöht.
Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus kam es innerhalb der letzten vier Monate zu einer Dieselpreissteigerung von über 40 Prozent. Die hohen Dieselpreise treffen Niederösterreichs Bäuerinnen und Bauern besonders.
360 Euro mehr pro Tag
Gegenüber dem KURIER erklärt Lorenz Mayr, Vizepräsident des niederösterreichischen Bauernbundes: "Wir haben momentan 60 Cent höhere Dieselkosten als vor Beginn des Krieges - bei der Ernte allein sind das pro Tag ungefähr 360 Euro mehr als bisher."
Zusätzlich gebe es, laut Mayr, kaum Einsparungsmöglichkeiten, denn der Anbau und die Ernte hätten einfach zu funktionieren. Aus diesem Grund müsse man auf alternative Kraftstoffe setzen, um europaweit wettbewerbsfähig zu bleiben.
"Die Preise explodieren, das ist für uns nicht mehr zu stemmen."
Vizepräsident des NÖ Bauernbundes
Im Niederösterreichischen Bauernbund wird außerdem die Forderung nach Entlastung beim Agrardiesel laut. Ende letzten Jahres ist eine entsprechende, von der Bundesregierung beschlossene Entlastung ausgelaufen. "Und das gerade jetzt, wo die Preise wegen dem Irankrieg so in die Höhe schießen", ergänzt der Vizepräsident des NÖ Bauernbundes. In anderen EU-Mitgliedsstaaten gelten derartige Maßnahmen unterdessen noch.
Spritpreisbremse reicht nicht aus
Auch Markus Fischer, Obmann des niederösterreichischen Fachverbands für Güterbeförderungsgewerbe, äußert im Gespräch mit dem KURIER seinen Unmut, über die fehlenden Maßnahmen im Kampf gegen die hohen Spritpreise: "Die Regierung hat wirklich nichts gemacht - die Spritpreisbremse ist ein Tropfen auf dem heißen Stein, der sofort wieder verdampft ist."
Die Transporteurinnen und Transporteure träfe der gestiegene Dieselpreis sofort und direkt, daher gebe es hier dringenden Handlungsbedarf. Ein durchschnittlicher LKW verbucht laut Fischer mittlerweile Mehrkosten von rund 18.500 Euro pro Jahr.
Mautkosten als Zusatzbelastung
Auch die hohen Mautkosten stellen für Personen im Transportgewerbe ein Problem dar. Von 2025 auf 2026 seien diese um fast acht Prozent gestiegen. Zusammen mit den hohen Dieselkosten könne das zu Liquiditätsproblemen führen, erklärt der Obmann des Güterbeförderungsgewerbe. Angesichts dessen fordern Transporteurinnen und Transporteure die Einführung eines Gewerbediesels, konkret durch eine Aussetzung des CO2-Preises auf Diesel.
Für den Transport der Ernte sind LKWs unverzichtbar, aber nicht nur im Agrarbereich werden sie benötigt. Markus Fischer: „Wenn die LKWs nicht mehr fahren, sind die Supermärkte leer und können die Krankenhäuser nicht mehr versorgt werden – das ist auch für die Bevölkerung ein großes Problem."
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