Langenlois: Pause für 300 Verkehrstafeln

Eine Woche lang wird getestet, ob verdeckte Schilder überhaupt abgehen. Danach werden viele auf Dauer abmontiert.

Einen Befreiungsschlag gegen den wachsenden Schilderwald unternimmt die Stadt Langenlois, Bezirk Krems: Sie hat gemeinsam mit einem ÖAMTC-Spezialisten die bestehenden 800 Verkehrszeichen analysiert. Auf 300 verzichtet man in dieser Woche, indem man sie verhüllt. Zwei Drittel davon werden wahrscheinlich ganz abmontiert.

"Schon bevor ich Bürgermeister wurde, hat mich die Fülle der Tafeln gestört", sagt Bürgermeister Hubert Meisl. "Wir geben im Jahr zwischen 15.000 und 30.000 Euro für das Aufstellen neuer und die Reparatur alter Verkehrszeichen aus", rechnet Meisl vor. Nicht mehr benötigte könnte man aus seiner Sicht anderen Gemeinden zum Kauf anbieten. Die kosten neu nämlich zwischen 30 und 200 Euro pro Stück.

Zustimmung

Als sich die Stadterneuerung im Rahmen einer Arbeitsgruppe mit dem Thema beschäftigte, hatte sie Meisls Unterstützung. "Alle Fraktionen im Stadtrat haben der Aktion zugestimmt", hebt der Bürgermeister hervor - für den Fall, dass die Opposition mit Kritik ankommt.

Markus Schneider vom ÖAMTC, der bereits Erfahrungen mit ähnlichen Projekten in Eisenstadt und Hall besitzt, unterstützte die Stadt bei ihrem Plan. Er weiß aus Untersuchungen, dass Fahrzeuglenker vielfach überfordert sind, wenn sie ihre Aufmerksamkeit auf mehr als drei Objekte lenken sollen: Eines davon ist schon die Straße.
"Wir sind das ganze Stadtgebiet gemeinsam abgegangen", berichtet Stadtrat Thomas Redl. Ergebnis ist, dass 300 Tafeln ausgewählt wurden, die nun verdeckt und mit einem erklärenden Kleber versehen werden.

Reaktionen

"Wir decken auch Kurzparkzonen-Schilder ab, um zu testen, wie diszipliniert die Leute sind, oder ob sich Dauerparker wieder breit machen", ergänzt Redl. Der Bauhof führt die Abdeckung durch. Nun sind alle gespannt, wie die Woche verlaufen wird und welche Reaktionen einlangen. "Das ist super, ich weiß auch, wo ihr gleich weitermachen könnt." So oder so ähnlich lauten erste Stimmen. Die Polizei hilft dann beim Bewerten.

Für die Zukunft ist auch vorgesehen, ein einheitliches System für die unzähligen Hinweisschilder zu erarbeiten. Das wird aber noch einige Zeit dauern.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011