Neue Schwerpunkte für das Landesklinikum im Ybbstal

Akutgeriatrie und Augenheilkunde als neue Hauptaufgaben des Klinikums Waidhofen/Ybbs, Grundversorgung bleibt, Land wird 3,9 Millionen Euro investieren.
LK Waidhofen an der Ybbs

Mit den Schwerpunkten Akutgeriatrie und Remobilisation sowie dem Ausbau der Augenheilabteilung erhält das Landesklinikum Waidhofen/Ybbs in Zukunft neue medizinische Hauptaufgaben. Im Rahmen des NÖ Gesundheitsplans sind unmittelbar auch Investitionen von 3,9 Millionen Euro für den Ausbau der neuen Schwerpunkte vorgesehen, kündigte Spitalslandesrat Anton Kasser (ÖVP) Montagfrüh im Ybbstaler Spital an.

Spitalmanager mit Spitalslandesrat Anton Kasser

Mostviertler Spitalsmanger Martin Kaiser, LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam, Spitalslandesrat Anton Kasser, Bürgermeister Werner Krammer (v.l.). 

Auch wenn sukzessive die Kardiologie, die Urologie und auch die Onkologie in größere Einheiten ins Schwerpunktspital Amstetten übersiedelt werden, sehen Kasser und Elisabeth Bräutigam, die Vorständin der Landesgesundheitsagentur (LGA), eine "Stärkung der bestehenden Strukturen und eine vernetzte Weiterentwicklung der regionalen Gesundheitsinfrastruktur". Die Entwicklungen im Krankenhaus und die angekündigte Schließung des Notarztstützpunktes in Waidhofen haben in der Region zu Protesten und einer Unterschriftenaktion geführt.

Akutgeriatrie ab 2027

Ziel sei es, die Standorte zu stärken, medizinische Schwerpunkte zu bündeln und das Angebot für die Menschen in der Region auszubauen, versicherte Kasser. Wichtig sei, dass am Standort die Erst- und Grundversorgung weiterhin garantiert wird, so Kasser. Einmal mehr betonte er, dass eine Schließung des Spitals nie Thema war.

Auf die ab 2030 geplante kardiologische Schwerpunktversorgung in Amstetten, die auch die Übersiedlung des Herzkatheter-Labors von Waidhofen dorthin bedingt, ging Kasser besonders ein. Damit könne im LK Amstetten ein spezialisiertes Facharztteam kardiologische Leistungen rund um die Uhr anbieten.

Martin Kaiser, Geschäftsführer der Gesundheitsregion-Mostviertel, informierte über die baulichen Vorhaben in den Spitälern: Ab 2027 startet in Waidhofen der Aufbau der Akutgeriatrie im dritten Stock. Parallel wird im zweiten Stock für die Augenabteilung umgebaut. Statt jetzt 1.700 operativen Augeneingriffen pro Jahr sollen es künftig 2.500 sein. Entscheidend sei der Ausbau der Räumlichkeiten und Betten, damit könnte das vorhandene Know-how der Fachärzte besser genutzt werden, wurde betont.

Onkologen gesucht

In Amstetten ist die Kapazitätsprüfung für die Installierung der Herzkatheterstation angelaufen, so Kaiser. Für den Ausbau der onkologischen Station sei man auf der intensiven Suche nach Fachärzten. Im Verbund mit Amstetten, wo sich das Onkologie-Zentrum im Mostviertel befindet, wird in Waidhofen weiter eine onkologische Versorgung stattfinden.

Synergien

Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer (ÖVP) gab sich optimistisch und dankte, dass nun Klarheit über die Zukunft herrsche. Durch die Spezialisierung stehe dem Spital eine gute Zukunft bevor, weil es eine zentrale Rolle im künftigen Gesundheitscluster einnehme, so Krammer. Das geplante neue Pflegezentrum, das vom Land NÖ errichtet wird, wird mit dem Klinikum baulich verbunden, um Synergien zu nutzen – etwa mit einer Zentralküche. Direkt neben dem Klinikum baut auch die BVAEB ihr Therapiezentrum um rund 70 Millionen Euro aus. In Waidhofen/Ybbs seien derzeit rund 1.200 Menschen im Gesundheitsbereich beschäftigt, informiert Krammer.

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