Landeshauptstadtfest: "Sonst nur Staatsgäste"

St. Pölten feierte 25 Jahre Landeshauptstadt. Wer zu Landeshauptmann Erwin Pröll wollte, stand Schlange.

Es glich einem Besuch beim Papst. Die Schlange im nö. Landhaus ging bereits in der Früh vom Lift bis zum Ausgang. Der Grund: Landeshauptmann Erwin Pröll lud Samstag in sein Büro. Anlass war das große Fest zum 25-Jahr-Jubiläum der Landeshauptstadt.

Schubweise werden die Menschen zuerst in den Lift, dann in den Millenniumsaal verfrachtet. "Gruppe Grün eins" wartet, bis sie von den Mitarbeitern des Landhauses vorgelassen wird - auf den roten Teppich, der zum Pröll-Büro führt.

Es sind unzählig viele Hände, die Pröll dort an diesem Samstag schüttelt - ab zehn Uhr gewährte er Jungen und älteren Semestern, Vereinsmitgliedern, Kindern, Fans und vielen Bürgermeistern Einblick in seine Arbeitsstätte - dort, wo er "öfter ist, als zuhause".
"Grüß euch Gott", empfängt Pröll mit Ehefrau Sissi die Menschen. "Damit Sie auch einmal sehen, wie ich hier hause", scherzt er.

Einblick

Erwin Pröll öffnete sein Büro
© Bild: Wessig Michael

Er klärt die neugierigen Besucher über die Einrichtung auf: Den geschichtsträchtigen Luster (er begleitete alle NÖ-Landeshauptleute der zweiten Republik und überstand die russische Oberkommandantur), den großen Arbeitstisch (für die Regierungsbesprechungen), seinen Schreibtisch (an dem er meist alleine sitzt) und die Sitzgarnitur, auf der es sich vier ältere Herrschaften gleich gemütlich gemacht haben. "Sonst sitzen hier nur die Staatsgäste und Medienvertreter", sagt Pröll.

Der Landeshauptmann zeigt Familienfotos und Geschenke: Toni Pfeffers Trikot von seinem letzten Ländermatch, einen Glasfußball von der italienischen Nationalmannschaft. Bürgermeister Reinhard Hager aus Kleinzell überreicht ein weiteres: einen Kugel-Pokal aus der "waldreichsten Region Niederösterreichs".

Währenddessen ist das Fest vor dem Landhaus schon voll im Gange. Die Musikkapelle Obergrafendorf/St. Margareten spielt den Frühschoppen. Die Blaulichtorganisationen präsentierten ihre Fahrzeuge und beantworten Fragen; die Kinder toben in der Hüpfburg oder machen Bekanntschaft mit den Rettungshunden. Die meisten Besucher allerdings, sind nicht in privater Mission unterwegs, sondern - in voller Vereinsmontur - als Stimmungsmacher vor der Siegehrung des nö. Lieblingsvereins.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011