Leser haben ihre Vorschläge eingesendet

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Raabs/Speisendorf
01/19/2015

KURIER-Leser zeigen Chancen auf

Bürgermeister und Pfarrer können sich Wiederbelebung von Wallfahrten vorstellen.

von Gilbert Weisbier

"Demokratie ist mehr als ein Kreuz auf einem Stimmzettel." Diesen Satz nahm der KURIER zum Anlass, um Lesern die konkrete Chance zu geben, sich mit ihren Ideen einzubringen. Wir haben angeboten, Vorschläge an Bürgermeister oder Spitzenkandidaten heranzutragen.

Hier ein Beispiel: Die Wiederbelebung von Wallfahrten zur Kirche in Speisendorf im Gemeindegebiet von Raabs, Bezirk Waidhofen/Thaya, könnte eine Bereicherung für den Tourismus der Region darstellen. Das schlägt eine KURIER-Leserin vor. Die ersten Reaktionen auf ihre Idee – beispielsweise vom Raabser Bürgermeister Rudolf Mayer – sind durchwegs positiv.

Aus Sicht der Leserin sind mehrere Voraussetzungen erfüllt: Immerhin lägen Wallfahrten und Pilgerreisen voll im Trend und die Kirche biete mit einer darunterliegenden, einst als heilkräftig bekannten Quelle einen zusätzlichen Anreiz. So sollte man, meint sie, die Kirche gut beschildern, als Ziel für eine Pilgerroute nutzen und als Ausflugsziel ins bestehende Wanderwegenetz integrieren.

Tradition

Das ungewöhnlich gestaltete Gotteshaus war "bis vor 40 oder 50 Jahren" Ziel von jährlichen Floriani-Wallfahrten aus den Nachbarorten, erinnert sich Emmerich Aigner aus Speisendorf. "Da muss es einen Brand als Anlass gegeben haben", vermutet Aigner. Er hat gehört, dass bis zur Renovierung der Kirche auf deren Dachboden zurückgelassene Krücken gelagert worden seien. Die nicht mehr benötigten Gehhilfen galten als Beleg für wundersame Heilungen durch das Wasser der Quelle.

Bürgermeister Rudolf Mayer kann sich für den Vorschlag erwärmen: "Das klingt wirklich interessant." Auch Unterstützung für so ein Projekt kann er sich gut vorstellen. Denn die Gemeinde besitzt bereits ein ausgedehntes Wanderwegenetz. Da könnten Pilger oder Wallfahrer gut dazupassen.

Pfarre

Allerdings müsse man, betont Mayer, vorher dazu Pfarrer Josef Pichler fragen, der für die Kirche zuständig ist. Der äußert sich auf Anfrage dem KURIER gegenüber ebenfalls äußerst positiv.

"Wir bekommen im Herbst Besuch vom Bischof, dazu würde eine solche Initiative gut passen, ich würde das sehr begrüßen", betont Pfarrer Pichler und fügt hinzu: "Es stimmt schon, dass Pilgern ein neuer Trend ist, den man auch hier wiederbeleben könnte. Das müssten allerdings die Gläubigen im Ort übernehmen, in dem es rund 300 Katholiken gibt." Deren bisheriges Engagement lobt er sehr.

Anliegen und Sorgen der Bürger finden Gehör

Dass die "Civitas Nova" das Entwicklungsgebiet in Wiener Neustadt ist, lässt sich zumindest an der gleichnamigen S-Bahn-Station nicht ablesen: Die beiden Bahnsteige sind nur durch eine Stahl-Überführung verbunden, für Rollstuhlfahrer sind sie praktisch unerreichbar, für Mütter mit Kinderwägen eine Tortur. "Von einem Gleis zum anderen kommt man nur über 84 Stufen", ärgert sich eine KURIER-Leserin. Außerdem fordert sie, den Weg ins Gebiet mit vielen Geschäften, Gewerbebetrieben, dem Hallenbad oder der Veranstaltungshalle Arena Nova auch für Radfahrer besser zu erschließen.

Grundsätzlich "Sache der ÖBB", meint dazu Bürgermeister Bernhard Müller. Der Problematik ist er sich aber ebenso bewusst wie sein ÖVP-Herausforderer Klaus Schneeberger. Vor allem "weil diese Haltestelle in Zukunft noch mehr frequentiert werden wird", so Schneeberger. Beide wollen sich deshalb auch für einen Umbau der Station einsetzen. Auch die Radler habe man am Radar: Die Anbindung ans Radwegenetz ist für die nächste Legislaturperiode angekündigt.

In Perchtoldsdorf, Bezirk Mödling, brennen einem Leser die Themen "Zersiedelung" sowie die Förderung des sozialen Wohnbaus unter den Nägeln. Die Gemeinde im Süden Wiens ist als Wohnort beliebt. Schulen und viele Vereine locken vor allem Familien. In den 90er-Jahren verzeichnete Perchtoldsdorf einen enormen Zuzug, doch seit 2001 wurde das Wachstum auf drei Prozent gedrosselt. "Der Leser spürt da eventuell noch die Altlasten der Vergangenheit", erklärt Bürgermeister Martin Schuster (ÖVP). Die Einstellung der Zersiedelungspolitik sei auch im Wahlprogramm verankert. Im Großteil des Ortes sei die Bebauung des Grundstücks auf maximal zwei Wohneinheiten beschränkt worden. "Das erschwert aber wiederum den sozialen Wohnbau", erklärt Schuster. Allerdings sei man bemüht entsprechende Angebote, wie aktuell das Projekt "Junges Wohnen", sukzessive im bestehenden Wohnbau zu schaffen.

"Lebensraumpolitik ist das Gebot der Stunde", stimmt der Ortschef auch der Anregung zu, dass sich die Gemeinden des Bezirks zusammenschließen sollen, um Ausgaben der Verwaltung zu sparen. Es brauche etwa nicht jede Gemeinde ein eigenes Bauamt. Bei der Einhebung verschiedener Gebühren gebe es bereits eine Zusammenarbeit.

In Laa an der Thaya soll das Zentrum in der kommenden Wahlperiode vom Verkehr gänzlich entlastet werden. Die Bauarbeiten an der Umfahrung werden fortgesetzt und laut Plan auch abgeschlossen. In der Katastralgemeinde Hanfthal besteht jedoch die Befürchtung, dass die Bewohner durch steigenden Durchzugsverkehr leiden werden. Beim Thema Umfahrung verweist Bürgermeisterin Brigitte Ribisch auf das laufende Konzept des Landes, alle Ortschaften entlang der B6 zu umfahren: "Die Entlastung ist mir wichtig, aber das muss in einem Gesamtkonzept erfolgen."

Für die Sanierung und Neuerrichtung von Gehsteigen und Straßen hat Ribisch bereits eine Liste erstellt. Diese soll in der nächsten Periode Schritt für Schritt abgearbeitet werden. Die Gemeindeabgaben sollen jedenfalls konstant bleiben. Eine Indexanpassung kann sie allerdings auch in der nächsten Periode nicht ausschießen.

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