Kupferdiebe legten S-Bahn erneut lahm

Foto: Vogel Reinhard

Gestohlene Erdungskabel bringen den Verkehr auf der S 7 wieder zum Erliegen. Hainburger Polizei fasst Verdächtigen.

Das darf doch nicht wahr sein, jetzt müssen wir schon wieder auf Busse umsteigen“, ärgert sich ein Pendler aus dem Bezirk Bruck an der Leitha. Zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden brachten dreiste Kupferdiebe den Schnellbahnverkehr auf der S 7 vollständig zum Erliegen. Tausende Pendler mussten am Freitagnachmittag zwischen Maria Ellend und Wolfsthal in Busse umsteigen. „Mit der Wochenendvorfreude ist’s erstmal vorbei“, so der erzürnte Mann.

Bereits am Donnerstag hatten ÖBB-Mitarbeiter Alarm geschlagen: Auf einer Strecke von mehreren Kilometern zwickten unbekannte Täter 165 Erdungskabel ab. Dass sich die Banden dabei in Lebensgefahr begeben und jederzeit tödliche Stromschläge an den Masten erleiden können, stört sie offenbar wenig. Ein Blick in die Statistik zeigt: Die ÖBB hatten 2011 durch derartige Taten österreichweit einen Schaden von 1,3 Millionen Euro, sagt Bahn-Sprecher Christopher Seif. Allein in Niederösterreich seien es knapp 500.000 Euro gewesen. Dazu kommen noch Kosten für Arbeiter und Montage.

„Die Jagd nach dem Metall kennt offenbar keine Grenzen“, sagt ein Ermittler. Dabei stellt sich das Aufspüren der Täter oft als äußerst schwierig dar. Markierungen mit unter UV-Licht erkennbaren Mikropunkten helfen nur bedingt, die meisten Kupferdiebstähle fallen unter die Rubrik „Blitz-Coups“. Innerhalb kürzester Zeit bringen die Täter das Metall weg – meistens über die Grenze.

Erwischt

„Pech“ hatte hingegen Branislav D. Er wurde in Hainburg beim versuchten Kupferdiebstahl von der Polizei erwischt. Im Auto befand sich seine Lebensgefährtin und drei kleine Kinder. „Ob er Mitglied einer kriminellen Organisation ist, prüfen wir“, sagt die Polizei.

(kurier) Erstellt am
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