Chronik | Niederösterreich
14.11.2017

Kunden wollen "ihren" Würstelstand mit Unterschriftenliste retten

Treffpunkt soll neuer Platzgestaltung weichen. Die Kunden wehren sich.

Die Aufregung ist groß unter Liebhabern von Burenwurst und Co: Der bekannte Würstelstand am Kreisverkehr in Mautern, Bezirk Krems, soll mit Jahresende verschwinden. Die Gemeinde hat den Pachtvertrag für das Grundstück gekündigt. Angeblich wegen eines noch gar nicht spruchreifen Hotelprojekts im benachbarten Schloss.

Eine Unterschriftenliste soll nun die Zukunft der Verpflegungstelle doch noch sichern. Der Stadtchef bestätigt die Kündigung, führt allerdings andere Gründe ins Treffen.

"Seit acht Jahren stehe ich hier und mache die Arbeit mit Herzblut", erzählt Gerald Bennersdorfer. "Jetzt soll der Würstelstand wegen des Hotelprojektes weg", beklagt er.

"Meines Wissens gibt es nicht einmal einen Betreiber für das geplante Hotelprojekt", sagt dazu FPÖ-Gemeinderat Anton Brustbauer. Er hat – so wie 150 weitere bisher – bereits die Liste für den Weiterbestand des Würstelstandes unterschrieben, die ein entsetzter Kunde aufgelegt hat.

"Das ist ein Kommunikationspunkt. Ungefähr drei Mal pro Woche komme ich auf dem Weg zum Weingarten her", sagt Stammkunde Ernst Hirschmüller aus Mautern. Er hofft ebenfalls, dass die Institution bestehen bleibt.

Touristenservice

"Ich habe schon unzählige Gästezimmer vermittelt und gebe Touristen regelmäßig Auskünfte. Das gäbe es dann nicht mehr", betont Bennersdorfer, dessen Hoffnung es ist, die wenigen Jahre bis zu seiner Pensionierung weiterarbeiten zu können.

Bürgermeister Heinrich Brustbauer, ÖVP, sieht einen anderen Hintergrund: "Die Gemeinde hat sich über viele Jahre bemüht, den geschnitzten Holzaltar der Schlosskapelle zurückzuholen, dessen Teile an mehreren Orten außerhalb Mauterns gelagert waren. Der wird jetzt restauriert. Die Kapelle, bisher nur vom Schloss zugänglich, bekommt einen neuen Eingang von außen und wird ebenfalls renoviert. Dafür wird der gesamte Eingangsbereich neu gestaltet", sagt der Stadtchef.

Deshalb habe man den Pachtvertrag mit dem Würstelstand beendet. Der sei vor mehr als 25 Jahren ohnehin nur unter schweren Auflagen des Denkmalschutzamtes genehmigt worden.