© Schwarze Kuchl/ Andreas Macher

Chronik Niederösterreich Krems
05/21/2021

Gastroöffnung in der Wachau: "Wenn es so weiter geht, wäre es super"

Wirtshauskost im Glas und Renovierungsarbeiten: Wirt Andreas Macher hat die Corona-Zeit genutzt und ist bereit seine Stammgäste wieder im Lokal zu bewirten.

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Beim Spazieren durch die Kremser Fußgängerzone darf man dem Geruch nach frischem Gulasch und Co. seit 19. Mai wieder bis ins Gasthausinnere der Schwarzen Kuch folgen. Wirt, Andreas Macher ist seit 25 Jahren Pächter des Lokals.

Das Vorjahr nutzte er mit neuen Take-Away Angeboten und Renovierungsarbeiten. Nun hofft er, dass sich Gäste testen lassen, um ins Wirtshaus zu kommen.

Spaziergang zum eigenen Lokal 

Der Wirt von Schwarze Kuchl, Andreas Macher, hat sein Küchenhandwerk bereits in jungen Jahren begonnen und absolvierte eine Lehre zum Koch im Landhaus Bacher.

Die Schwarze Kuchl zu übernehmen, hat der gebürtige Waldviertler damals durch einen Zufall entschieden. „Beim Spazieren in der Fußgängerzone habe ich damals gesehen, dass das Lokal zu pachten ist und es einfach gewagt“, erzählt Macher.

Historische Wurzeln

Die Geschichte des Hauses reicht aber weiter zurück – bis in die 1920er Jahre. Damals habe das Gebäude als eine Art Weinschenke gedient, erzählt Macher. Damit es zu einem Ort werden konnte, an dem Essen ausgegeben wird, waren Umbauarbeiten nötig. Im Zuge dessen, sei eine historische „Rauchkuchel“, also eine Küche ohne Strom und mit offener Feuerstelle, freigelegt worden.

Ein Stück aus dieser Zeit trägt das Lokal noch heute: Nämlich den Namen Schwarze Kuchl, welcher sich laut Macher von der Rauchkugel ableitet. 

Traditionelle Hausmannskost

Bekannt ist das Lokal im Herzen der Kremser Fußgängerzone vor allem für seine Hausmannskost und Gulasch-Vielfalt. „Wir haben uns auf verschiedenste Gulasch-Variationen spezialisiert und die traditionelle und bodenständige Küche forciert“, so der Wirt. 

Vom klassischen Rindsgulasch über Kalbsrahmgulasch bis hin zu vegetarischen Alternativen mit Spargel und Eierschwammerl findet man auf der Karte. Damit die Schmankerl während der Corona-Pandemie an den Mann beziehungsweise an die Frau gebracht werden konnten, war Kreativität gefragt.

Wirtshauskost im Glas

Ob der klassische Rindersuppentopf, die saisonale Spargeleintopfsuppe oder das Riesling-Beuschl, bei geschlossener Gastronomie wurde in der Schwarzen Kuchl weiterhin „aufgekocht“. Serviert wurde im Glas, zum Mitnehmen für zu Hause zum Genießen. Die sogenannten Genussgläser seien nach Hausrezepten mit Produkten aus der Umgebung zubereitet, so der Wirt. „Der Vorteil ist: Gekühlt kann man die Genussgläser zirka einen Monat aufbewahren“, sagt Macher.

Die Genussgläser seien über Facebook beworben und jeden Freitag und Samstag angeboten worden, so Macher. „Eine gute Sache“, fasst der Wirt das Projekt zusammen. "Man kann sagen, dass es die Leute gut angenommen haben.". Deshalb sollen die Genussgläser künftig die ganze Woche beim Gasthaus erhältlich sein, so Macher.

Im „Gugelhupf“ sitzen

Was nach Corona bleibt, ist die neue Innengestaltung, denn die Krise wurde zusätzlich für Renovierungsarbeiten genutzt. Einen Raum, den selbst die Stammgäste noch nicht kennen, ist das neue „Gugelhupf-Stüberl“, dekoriert mit alten Gugelhupf-Formen. „Man hat einfach das Gefühl, man sitzt in einem Gugelhupf“, sagt Macher. 

In den Tagen vor der Gastroöffnung liegt im Lokal Vorfreude und Motivation in der Luft. „Wir freuen uns alle, dass wir aufsperren können und meine Mitarbeiter sind voll motiviert“, sagt der Wirt.

Alle Mitarbeiter auf Kurzarbeit würden wieder einsteigen und auch neue Küchen- und Service-Mitarbeiter möchte man aufnehmen, so Macher.

Hoffen auf Stammgäste 

Das Jahr 2020 hat wohl, wie bereits hundert Jahre zuvor, in der Schwarzen Kuchl Geschichte geschrieben. Die Zukunft des Lokals liegt jedenfalls in den Händen der Gäste.

„Mir wäre wichtig, dass die Gäste wieder ins Wirtshaus gehen, in dieser Zeit die Maßnahmen akzeptieren und dann trotzdem einen Wirtshausbesuch machen“, sagt Macher.

Ob sich der Gast testen lässt, um ins Wirtshaus zu kommen, müsse sich erst zeigen, so Macher. „Aber ich denke, dass der Stammgast kommen wird“, sagt der Wirt noch ein paar Tage vor der Gastroöffnung.

So kam es dann auch. Über den Besucherandrang an den ersten beiden Tagen der Eröffnung zeigt er sich zufrieden und optimistisch. „Es waren viele Stammgäste da, die sich gefreut haben, dass wieder offen war. Wenn es so weiter geht, wäre es super“, sagt Macher.

Von Verena Huber

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