Krems: Weg von der Schuldenspitze

Statistisch gesehen hat die Stadt Krems ihr Image als eine der höchst verschuldeten Gemeinden jetzt verloren.

Wir sind von der Spitze ins Mittelfeld zurückgefallen", freut sich die Kremser Bürgermeisterin Inge Rinke, ÖVP. Die Aussage bezieht sich auf die Verschuldung der Stadt im statistischen Vergleich. Die  hat zwar mit 149,6 Millionen Euro kaum abgenommen, aber andere Gemeinden haben inzwischen statistisch gesehen kräftig aufgeholt.

Nicht nur die niedrigsten Zinsen seit Jahrzehnten und eine gute Konjunkturentwicklung, auch kräftige Einsparungsbemühungen hätten dafür gesorgt, dass der Abgang des Jahres 2011 von veranschlagten 5,9 auf 1,7 Millionen Euro reduziert werden konnte, erfuhr man in einer Budget-Pressekonferenz.

Die niedrigen Zinsen habe man den Banken abgerungen, betont Finanz-Stadtrat Karl-Heinz Hagmann, ÖVP. "Die liegen unter 1,5 Prozent, das ist mehr als beachtlich", lobte auch Rene Alfons Haiden, der die Stadt – ebenso wie Josef Taus – seit Jahren ehrenamtlich beim Finanzplan berät.

"Eine deutliche Konsolidierung"

Taus bescheinigt der Stadtverwaltung kompetente und engagierte Arbeit. Haiden sieht "trotz Krise eine deutliche Konsolidierung" der Stadtfinanzen. "Investitionen gibt es nur dort, wo sie notwendig und nachhaltig sind", betonte Rinke. Beispiele sind Schifffahrts- und Welterbezentrum, Schulzentrum und Kindergartenausbau, Hochwasserschutz  und Kreisverkehr Landersdorf.

Beide Berater finden, dass sich Krems angesichts fremdbestimmter zusätzlicher Ausgaben, etwa für Gesundheitswesen oder Kindergärten, gut schlage.

Beide fordern jedoch auch zu mehr Bemühungen auf, produzierendes Gewerbe anzusiedeln. Hier wünscht sich Hagmann – er ist auch Unternehmer – nach dem Modell der rot dominierten Stadt St. Pölten, dass Firmen Baugründe langfristig mieten können, statt sie teuer kaufen zu müssen.

Mehr Kooperationen mit anderen Gemeinden seien schwierig. "Hier müssen wir erst prüfen, wie weit wir gehen können, ohne der Wirtschaft Aufträge wegzunehmen", meinte Rinke. Dafür werde die Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft ständig ausgebaut. Zuletzt legte man auch das Passamt zusammen.

( Kurier ) Erstellt am 29.03.2012