© Gilbert Weisbier

Krems
10/30/2012

Silobrand brach zwei Mal aus

Mit allen technischen Raffinessen mussten Retter versteckte Glut in einem Lager mit 70 Kubikmetern Sägespänen bekämpfen.

von Gilbert Weisbier

Fast zwei Tage lang hielt ein vorerst harmlos scheinender Glimmbrand in Krems zahlreiche Feuerwehrleute in Atem: Schien er Montagabend schon unter Kontrolle, brach das Feuer Dienstag Früh im Sägespänesilo einer Tischlerei  erneut aus und konnte erst Dienstagabend endgültig gelöscht werden.

"Montag gegen elf Uhr habe wir bemerkt, dass es aus dem Silo raucht und sofort alarmiert", berichtet Firmeninhaber Kurt Himmetzberger, selber Mitglied der Feuerwehr.

Der Schwelbrand war in einem mehrstöckigen Spänesilo ausgebrochen, aus dem die Heizung der Tischlerei  beschickt wird. Um Wasserschäden zu vermeiden, setzte die Feuerwehr   flüssigen Stickstoff ein, den sie in großer Menge in den Silo leitete. Bis spät in die Nacht arbeiteten die Helfer und gingen schließlich davon aus, dass der Brand erstickt war, nachdem auch Temperaturmessungen keine Anzeichen mehr für Glut gebracht hatten. Für den nächsten Tag war geplant, die etwa 70 Kubikmeter Späne auszuräumen.

Schock

Doch Dienstag gegen acht Uhr Früh kam die Überraschung. "Wir sind im Büro gesessen, als es plötzlich einen Kracher machte, dass alles gezittert hat", erzählt Himmetzberger.

Die Stichflamme einer Verpuffung schoss aus dem Silo. Gärtner Albert Fries war nur einer von vielen Nachbarn, die  den Notruf der Feuerwehr wählten. Die alarmierte vorsorglich gleich größer, sodass Helfer auch aus Nachbargemeinden anrückten, wodurch mehr als 200 Leute anrückten und sich Atemschutztrupps ablösen konnten.

Mit einer neuen Strategie gelang es schließlich, den Brand zu löschen: Man bohrte die Silowand an und pumpte gasförmigen Stickstoff in den Silo. Schließlich konnte man mit  dem Entleeren beginnen. Diese Arbeit und das Nachlöschen dauerte Dienstagabend noch an.

Erleichtert

"Ich bin so froh, dass es bei der Feuerwehr Leute gibt, die sich so gut auskennen. Hätte man da voll mit Wasser hinein gespritzt, wäre der Schaden enorm. So bleibt es wahrscheinlich bei der Reparatur von Silo und Absauganlage. Wahrscheinlich können wir schon bald weiter arbeiten", sagt Himmetzberger erleichtert. Er ist mit seinen sieben Mitarbeitern auf Möbelherstellung und maßgefertigte Inneneinrichtungen spezialisiert.

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