Krems: Pakt gegen Randale geschnürt

Flaschen
Foto: Gilbert Weisbier Leere und oft auch kaputte Flaschen säumen die Routen der Kremser Innenstadt-Randalierer.

Innenstadt-Gastwirte fixieren einen Verhaltenscodex, um Lärm und Sachbeschädigung im Zentrum auszubremsen.

Der Geduldsfaden ist dem Kremser Konditoreiinhaber Thomas Hagmann vergangenen Sommer gerissen. Nach zahlreichen Sachbeschädigungen an seinem Schanigarten und Ärger über nächtliche Ruhestörung hat er eine neue Initiative gegründet, um der Probleme Herr zu werden. Er hat Politik, Verwaltung, Polizei, Justiz und Gastwirte an einen Tisch gebracht. Jetzt steht die Arbeit knapp vor dem Abschluss: "Mehr kann man nicht mehr machen. Das kommende Frühjahr – und danach der Schulschluss – wird die Nagelprobe", sagt Hagmann.
"Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört die freiwillige Selbstverpflichtung der Wirte, die ein wertvoller Bestandteil des Innenstadtlebens sein wollen", betont Hagmann.

Türsteher

Nach mehreren Sitzungen soll es in Kürze zum Abschluss eines Verhaltenscodex für Wirte kommen. Sie wollen sich verpflichten, vor jedem Lokal an starken Tagen, einen Türsteher einzusetzen. Dazu kommt die strikte Einhaltung der Beschränkungen des Alkoholausschanks nach dem Jugendschutzgesetz, ein Dresscode in Lokalen, der ein gewisses Niveau sicherstellen soll, sowie die präzise Einhaltung der Sperrstunden. "Die wenigen, die sich bisher nicht so genau daran gehalten haben, wollen wir mitziehen", erklärt Hagmann.

Seit mittlerweile mehr als zehn Jahren gab es zahlreiche Vorstöße von Anrainern, Auswüchse des Kremser Nachtlebens in den Griff zu bekommen. Selbst Bürgerinitiativen haben frustriert aufgegeben, weil ihnen Polizei und Verwaltung nicht helfen konnten. "Alle haben höchst konstruktiv mitgearbeitet", erklärt Hagmann zu seinem Vorstoß. Doch ein Problem sei laut Auskunft der Justiz, dass die Gesetzeslage die Verfolgung lautstarker und zerstörungswütiger Jugendlicher kaum erlaube. "Hier muss mandie Verantwortung der Eltern und die Zivilcourage der Anrainer einfordern. Jedes Delikt muss angezeigt werden", betont Hagmann. Leider würden sich die Dummheiten eines minimalen Prozentsatzes schlimm auf das Image der gesamten Jugend auswirken.

Forderung

Als Bilanz seiner Arbeit fordert Hagmann, dass das Anbringen von Überwachungskameras erlaubt werden muss. Dass die Gesetze den Behörden mehr Strafmöglichkeiten geben.
Ärgernis sind für ihn auswärtige Veranstalter, deren Clubbings in städtischen Veranstaltungshallen jene Probleme in die Stadt brächten, die ansässige Gastronomen zu vermeiden versuchen.

(kurier) Erstellt am
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