Aussenansicht des Landesklinikums Krems

© APA/Helmut Fohringer

Tragödie
11/16/2013

Kleinkind starb an Meningokokken-Infektion

Eltern brachten lebloses Kind ins Spital. Ärzte konnten dem Kleinen aber nicht mehr helfen.

von Wolfgang Atzenhofer

Höchst tragische Szenen spielten sich Samstagfrüh um einen leblosen 15 Monate alten Buben im Landesklinkum Krems in Niederösterreich ab. Verzweifelte Eltern hatten gegen 2 Uhr Früh den dramatischen gesundheitlichen Verfall ihres scheinbar an einer Erkältung leidenden Sohnes erkannt. In den frühen Morgenstunden kamen sie mit dem bereits bewusstlosen Kleinen geschockt ins Spital. Die Familie wohnt in der Region Krems.

Die Ärzte stellten einen Herzkreislaufstillstand fest. „Es wurde sofort eine entsprechende Behandlung eingeleitet. Leider konnte nicht mehr geholfen werden“, schilderte der ärztliche Leiter des Klinikums Krems, Primar Heinz Jünger. Sofort bestand bei den Ärzten der Kinderabteilung der Verdacht, dass der Bub einer hoch ansteckenden Meningokokken-Infektion zum Opfer gefallen ist.

„Es dürfte sich um eine Meningokokken-Sepsis, eine extrem heimtückische Erkrankung handeln“, sagte Primar Jünger. Wegen der Ansteckungsgefahr wurden vom Team der Kinderabteilung des Spitals alle Familienangehörigen, die mit dem Kleinen zuletzt in Kontakt waren, gewarnt und vorsorglich mit einem Antibiotikum versorgt.

Keine Panik

Die Spitalsmitarbeiter selbst benötigten die medikamentöse Prophylaxe nicht. „Die Beteiligten waren mit Mundschutz und Handschuhen geschützt“, berichtete Jünger. Es sei zwar Vorsicht angebracht, aber es gäbe keinen Grund zur Panik, meinte der Spitalschef. Erfahrungsgemäß trete die Erkrankung punktuell und nicht flächenhaft auf. „In unserer Klinik war das heuer der zweite Fall, wobei der erste positiv für den Patienten ausgefallen ist“, sagte Jünger. Der Durchschnitt liege in Krems bei einem Fall pro Jahr, österreichweit sind es 70 bis 100.

Symptome

Eine Meningokokken-Infektion sei wegen ihres eher harmlosen Starts mit Husten, Schnupfen und etwas Fieber schwer zu erkennen. „Vor einem extrem schnellen Verfall binnen zwei, drei Stunden treten unter der Haut am Körper meist kleine Blutpünktchen oder größere Flecken auf. Da sollte man so rasch wie möglich zum Arzt kommen, die Heilungschancen sind da noch sehr gut“, riet der Arzt. Für den kleinen Kremser Buben gab es leider keine Rettung mehr.

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