Chronik | Niederösterreich
13.12.2011

Krems: Grüne Zone wird durchleuchtet

Ein externer Experte wurde neun Monate nach Einführung der neuen Parkzone beauftragt, Verbesserungen auszuarbeiten.

Sie laufen mit Plänen in der Hand durch die Stadt, zeichnen jeden einzelnen Parkplatz ein, betrachten Bodenmarkierungen und Schilder genau. Seit wenigen Tagen ist ein Ziviltechniker mit einem Mitarbeiter in Krems unterwegs, um die umstrittene "Grüne Zone" zu analysieren. Auf das Verbesserungskonzept, das Verkehrsplaner Helmut Rennhofer aus Maria Enzersdorf bis Ende Jänner vorlegt, setzen viele Menschen ihre Hoffnungen.

Mit dem "Blick von außen", soll Rennhofer im Auftrag der Stadt die seit 1. März diese Jahres gültige Grüne Zone analysieren. Deren Einführung hat – der KURIER berichtete – eine Flut von Beschwerden ausgelöst.

"Während wir den Lenkungseffekt zu hundert Prozent erreicht haben, gibt es in anderen Bereichen Verbesserungsbedarf. Daher haben wir einen Verkehrsexperten beauftragt, der alle bestehenden Probleme ganz genau untersuchen und auf dieser Basis fundierte Lösungsvorschläge erarbeiten wird", erklärt Bürgermeisterin Inge Rinke.

"Ich freue mich auf die Aufgabe", betont Rennhofer, der für andere Gemeinden schon Ähnliches erledigt hat. Er analysiert nicht nur die bauliche Situation, sondern spricht auch mit Betroffenen. "Eine Dame hat mich schon gefragt, wo sie einen Parkschein bekommt", schmunzelt er und meint grundsätzlich: Die Gemeinden in NÖ hätten es nicht leicht, maßgeschneiderte Lösungen zu finden. "Das steirische Gesetz erlaubt hier mehr Ausnahmeregelungen. Aber vielleicht war das Absicht", sagt der Experte, der überzogene Hoffnungen dämpft:" Ich werde nicht in allen Punkten eine Ideallösung schaffen, hoffe aber, dass Verbesserungen in wichtigen Bereichen gelingen."

Warten

Adi Krumbholz, Sprecher der Kremser Kaufmannschaft in Sachen Parkplatzsituation, freut sich über den Einsatz des Fachmannes. Auch wenn das aus seiner Sicht schon vor Einführung der Zone Sinn gemacht hätte. Jetzt hofft er nur noch, dass die vor Wochen gegebenen Versprechen von ÖVP und SPÖ, ihn bei der Suche nach Verbesserungen einzubinden, eingehalten werden. "Bisher hat mich noch niemand kontaktiert", sagt er.

Fünf verschiedene Parkscheine, Automatentickets und die herkömmliche Parkuhr können in Krems zum Einsatz kommen, wenn man sein Auto abstellt. Zusätzlich kann man eine spezielle Form des Handyparkens nutzen.