Ein Monat Brückensperre in Krems: Verkehrschaos blieb bisher aus
Mehrere Straßenschilder weisen auf die neuen Regelungen hin.
Die marode Donaubrücke in Krems, die Stein mit Mautern verbindet, ist seit einem Monat nur noch eingeschränkt befahrbar. Autos, Lkw und Motorräder dürfen das Bauwerk nicht mehr passieren und müssen ausweichen - etwa auf die rund drei Kilometer entfernte St. Pöltner-Brücke. "Ein richtiges Verkehrschaos ist ausgeblieben", zieht das Kremser Magistrat im Gespräch mit dem KURIER eine Zwischenbilanz.
Außerhalb von Stoßzeiten mache sich die Teilsperre kaum bemerkbar: "Es kommt zu keinen wesentlichen Rückstaubildungen." Mit regelmäßigen Kontrollen sollen Verstöße gegen das Fahrverbot weiter eingedämmt werden. Zudem sei die Gemeinde dabei, die Beschilderung anzupassen. Adaptionen bei den Ampelschaltungen entlang der Ausweichstrecke über die St. Pöltner-Brücke wurden bereits durchgeführt.
Kritik am Fahrverbot für Motorräder
Lautstarke Kritik ist indes seitens der ÖVP Krems zu hören. Die Tatsache, dass Motorräder die Brücke im Gegensatz zu Mopeds nicht passieren dürfen, sorge bei der Bevölkerung für Unverständnis, heißt es in einer Aussendung. Es brauche "freie Fahrt für alle Einspurigen", so Vize-Bürgermeister Florian Kamleitner. Die Partei sieht Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FPÖ) und Bürgermeister Peter Molnar (SPÖ) in der Pflicht, eine "sachlich nachvollziehbare Lösung" zu finden.
Aus dem Büro des Landesrats wird an die Bezirkshauptmannschaft verwiesen. Die zuständige Behörde betont, dass die Maßnahme ausschließlich der Verkehrssicherheit dienen und auf fachlichen Gutachten beruhen. Mopeds dürfen die Brücke unter anderem deshalb befahren, weil sie schmal sind und aufgrund ihrer Bauweise keine geeignete Umleitungsstrecke nutzen können. Motorräder würden hingegen mehr Platz benötigen und auf der sehr schmalen Fahrbahn ein Sicherheitsrisiko darstellen. Zudem dürfen sie die Ausweichroute befahren.
Laut dem Kremser Bürgermeister werde die Brücke seit der Einschränkung vom Fuß- und Radverkehr sehr gut angenommen. "Die Maßnahme trägt wesentlich dazu bei, die Sicherheit dieser Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten", so Molnar. Die Forderung zur raschen Umsetzung der Ersatzbrücke habe aus Sicht des Stadtchefs "oberste Priorität".
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