Millionen-Bad Mirador auf der Zielgeraden
Geschäftsführer und Projektleiter Roland Dewisch (Kremser Freizeitbetriebs GmbH) sowie Bürgermeister Peter Molnar (SPÖ) freuen sich auf das künftige Badeerlebnis.
Infinitypool mit Blick über die Wachau, Loftsaunen Richtung Stift Göttweig und ein eigenes Kinderland hinter Glas: Das neue Bad Mirador in Krems nimmt Gestalt an. Am 1. Juli lädt die Stadt zum großen Eröffnungsfest – auch wenn sich die ersten Schwimmerinnen und Schwimmer noch etwas gedulden müssen.
Die Becken sind bereits gefüllt, doch ins Wasser springen darf noch niemand. „Ein paar Wochen wird es noch dauern“, sagt Bürgermeister Peter Molnar (SPÖ). Am 1. Juli wird das neue Bad Mirador zwar mit einem großen Fest eröffnet, der reguläre Badebetrieb startet aber erst schrittweise.
Auf der Zielgeraden
Für die Stadt Krems ist das Projekt weit mehr als ein neues Erlebnisbad. Nach zwei Jahren Bauzeit und Investitionen von rund 40 Millionen Euro steht das größte Infrastrukturprojekt Niederösterreichs dieser Art kurz vor dem Abschluss. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagt Molnar.
Beim Eröffnungsfest am 1. Juli werden die rund 1.500 Besucherinnen und Besucher zwar noch trocken bleiben, dennoch sollen Führungen durch die Anlage die Vorfreude wecken. Die Zielgruppe für das Bad ist breit gesteckt. Einerseits erwarte man sich großen Zuspruch aus der Bevölkerung, andererseits soll das Bad auch zum Touristenmagnet werden. Dafür setze man auf faire Preise und ein breites Angebot, erklärt Molnar.
Sprungturm, Rutschen, Infinitypool
Das Angebot des Mirador reicht daher über ein klassisches Hallenbad hinaus. Herzstück für Sportler ist das neue 50-Meter-Becken, das Schulen und Vereinen künftig deutlich bessere Trainingsmöglichkeiten bieten soll. Ergänzt wird es durch ein eigenes Lehrschwimmbecken, mit dem die Stadt den Schwimmunterricht in der Region stärken will.
Für Familien und Freizeitschwimmer steht ein Erlebnisbereich zur Verfügung. Das Freizeitbecken mit Sprudelanlagen verbindet Innen- und Außenbereich. Dazu kommen ein eigenes Kinderbecken sowie eine neue Wellen-Breitrutsche. Auch die Sprunganlage mit Ein-, Drei- und Fünf-Meter-Turm soll zu den Attraktionen des neuen Bades zählen.
Auch Erholungsuchende sollen auf ihre Kosten kommen: Drei Loftsaunen mit Panoramablick über die Wachau, zwei Ruheräume und ein weitläufiger Panoramagarten bilden das Herzstück des Angebots. Besonderes Augenmerk legen die Betreiber auf den Infinitypool, der optisch mit der Donaulandschaft verschmilzt und dem Bad seinen charakteristischen Auftritt verleihen soll.
Familienrabatt und Preise
Trotz des umfangreichen Angebots soll das Mirador kein Luxusprojekt werden. Die Stadt setzt bewusst auf Tarife, die unter jenen vergleichbarer Anlagen in St. Pölten, Tulln oder Laa an der Thaya liegen. Besonders Familien sollen profitieren. „Uns war wichtig, dass sich Familien einen Besuch leisten können“, sagt Molnar. Im Familientarif zahle jedes Kind für das Freibad einen Euro, wenn ein Erwachsener den Eintritt bezahlt, im Hallenbad fünf Euro. Auch im Wellnessbereich wolle man mit moderaten Preisen punkten. Die Tageskarte für die Loftsauna soll 36 Euro kosten und den Zugang zu allen übrigen Bereichen des Bades beinhalten.
Zusätzlich sind Wertkarten mit Rabattsystem geplant. Geprüft wird außerdem ein eigener Kremser Tarif. Sollte dieser rechtlich umsetzbar sein, könnten Einwohner der Stadt künftig fünf Prozent Nachlass auf sämtliche Eintrittspreise erhalten. Mit dem Preismodell verfolgt die Stadt ein klares Ziel: Das Mirador soll einerseits als modernes Freizeit- und Wellnesszentrum Gäste von außerhalb anziehen, andererseits aber ein kommunales Bad bleiben, das Schulen, Vereinen und Familien offensteht.
Insolvenz und Fliesen-Probleme
Doch noch ist die Baustelle noch nicht finalisiert. Zwar sind die meisten Bade- und Technikbereiche bereits fertiggestellt, zwei Problemfelder sorgen jedoch weiterhin für Verzögerungen. So hinken die Arbeiten im Kinderland dem Zeitplan hinterher, weil es Engpässe bei den Fliesenarbeiten gibt. Zudem wurde die Baustelle durch einen Kabeldiebstahl vergangen November zurückgeworfen.
Auch die Gastronomie bereitete den Verantwortlichen zuletzt Kopfzerbrechen. Ein Lieferant für Kühltechnik musste während der Bauphase Insolvenz anmelden, weshalb kurzfristig Ersatz gefunden werden musste. Trotz der Schwierigkeiten zeigen sich die Verantwortlichen zufrieden mit dem Gesamtfortschritt. Derzeit laufen letzte technische Überprüfungen sowie behördliche und hygienische Abnahmen. Es werden noch Detailarbeiten erledigt, zudem werden Armaturen und Sanitäranlagen montiert. „Das sind jene Arbeiten, die man bewusst erst ganz zum Schluss macht, weil die Materialien besonders empfindlich sind“, erklärt Geschäftsführer und Projektleiter Christian Dewisch .
Projekt bleibt im Rahmen
Positiv fällt aus Sicht der Stadt vor allem die Kostenentwicklung aus. Mit rund 40 Millionen Euro bleibt das Projekt im vorgesehenen Budgetrahmen. Angesichts stark gestiegener Baupreise sei das alles andere als selbstverständlich. „Viele vergleichbare Projekte mussten nachkalkuliert werden. Wir halten unseren Kostenrahmen ein“, sagt Molnar.
Rund 35,3 Millionen Euro davon trägt die Stadt Krems, weitere Mittel kommen von ecoplus und dem Land Niederösterreich. Für Molnar ist die Investition langfristig gerechtfertigt: „Wir schaffen hier nicht nur ein modernes Bad für Schulen, Vereine und Familien, sondern auch einen Standort, der für die gesamte Region und den Tourismus neue Möglichkeiten eröffnet.“
Probebetrieb ab Juli
Die Erwartungen an das Mirador sind jedenfalls hoch. Gemeinsam mit dem Freibad rechnet die Stadt künftig mit rund 250.000 Eintritten pro Jahr. Der Probebetrieb startet im Juli zunächst mit ausgewählten Nutzergruppen wie Schwimmvereinen. Danach soll die Auslastung schrittweise erhöht werden. Ab Mitte August werden weitere Bereiche für Freizeitgäste geöffnet, spätestens mit 1. September soll die Anlage im Vollbetrieb laufen.
Parallel dazu laufen bereits die Planungen für die Zeit nach der Eröffnung. Ende September beziehungsweise Anfang Oktober soll mit dem Abriss des alten Bades begonnen werden. Zudem sind zusätzliche Parkplätze und eine neue Stadtbus-Haltestelle direkt vor dem Haupteingang geplant.
Für Bürgermeister Molnar ist das Mirador mehr als ein Badebetrieb. „Wir wollen einen Ort schaffen, der für die Menschen in der Region da ist und gleichzeitig neue Gäste nach Krems bringt“, sagt er. Ob die Erwartungen erfüllt werden, wird sich nach den ersten Monaten zeigen.
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