Keine Einigung: Politstreit beendet die Ära der Post

Keine Einigung: Politstreit beendet die Ära der Post © Bild: SPÖ Felixdorf

Nicht einmal eine Volksabstimmung brachte eine Lösung für das Problem. Die Postfiliale sperrt Ende des Monats zu.

© Bild: ÖVP Felixdorf

Mit 31. März sind die Tage der Post in der Marktgemeinde Felixdorf gezählt. Eine Einigung der Politik zur Erhaltung der Serviceeinrichtung ist zum wiederholten Male kläglich gescheitert – daran konnte nicht einmal eine Bürgerbefragung etwas ändern.

An der Volksbefragung hatten 39 Prozent der 3756 Stimmberechtigten teilgenommen. Davon stimmten 1236 (83 Prozent) dafür, dass die Gemeinde die Postfiliale weiterführen solle. Auf Grundlage dieses Ergebnisses wurde vergangene Woche eine Gemeinderatssitzung einberufen, in der Bürgermeister Walter Kahrer (SPÖ) über die Postpartnerschaft abstimmen ließ. Der Ortschef sah das Ergebnis als klaren Wählerauftrag, die Postfiliale zu übernehmen. Dabei hat er jedoch die Rechnung ohne der Opposition gemacht. Die Mandatare der ÖVP und der FPÖ stimmten gegen die Postpartnerschaft und verhinderten somit eine notwendige Zweidrittel-Mehrheit. Kahrer reagierte empört und bezeichnete die Opposition als „Totengräber“ der Post. „Es ist der ÖVP und der FPÖ zu verdanken, dass die Felixdorfer nun gezwungen sind, ihre Postgeschäfte in Sollenau, Theresienfeld oder Steinabrückl zu erledigen“, so Kahrer in einer Aussendung.

Die Opposition, so ÖVP-Obmann Alexander Smuk, hatte gute Gründe gegen die Übernahme zu stimmen. „Wir sind nicht gegen die Post. Wir haben nur verhindert, dass die Gemeinde sie übernimmt“, so die ÖVP.

Die Gründe würden auf der Hand liegen. Felixdorf sei bereits pleite und das Postgeschäft würde der Kommune 100.000 Euro im Jahr Minus bringen. Die Volkspartei habe bereits 2010 der Gemeinde einen Postpartner präsentiert. „Der Bürgermeister hat dies jedoch verhindert“, erklärt Smuk, der mit der Ortsführung hart ins Gericht geht und Kahrer als Lügner bezeichnet: „Er hat der Bevölkerung monatelang vorgegaukelt, dass die Gemeinde das Postgebäude für 153.000 Euro gekauft hat. In Wahrheit wurde das Geld nie an die Post überwiesen.“

Laut SPÖ habe man nur auf den endgültigen Beschluss im Gemeinderat gewartet. „Obwohl die Post das Gebäude nicht mehr verkaufen will, hätte die Gemeinde sofort einen Mietvertrag bekommen“, kontern die Sozialdemokraten.

Laut ÖVP wird nun weiter nach einem Postpartner im Ort gesucht.

( Kurier ) Erstellt am 25.03.2012