Wanderausstellung durch Gemeinden: Modellanlage für Radweg-Möblierung

© KURIER/Wolfgang Atzenhofer

Ybbstal
02/26/2016

Katapultstart für Tourismus mit Rad-Highway um 10 Millionen Euro

Vom Land finanziertes Biker-Paradies muss Skeptiker aus dem Bahnlager erst überzeugen.

von Wolfgang Atzenhofer

Dem "Radland" Niederösterreich winkt attraktiver Zuwachs. Jahrelang wurde über den Bau einer Radstrecke auf der Trasse der früheren Ybbstalbahn diskutiert. Jetzt befindet sich eines der größten Freizeitprojekte des Landes im Endausbau. Auf zehn Millionen Euro belaufen sich die Kosten für 52,6 Kilometer Radler-Highway.

Die letzten Baulose werden derzeit über den eigens gegründeten Radwegverband ausgeschrieben und vergeben. "Alle Baubescheide für die gesamte Strecke sind rechtsgültig. Die Hauptarbeiten sollten bis Ende 2016 abgeschlossen sein", verkündet der Lunzer Bürgermeister Martin Ploderer. Er ist Obmann der aus sieben Gemeinden zwischen Lunz und Waidhofen/Ybbs bestehenden Rad-Gemeinschaft. "Wir sehen einem positiven Ende entgegen", erinnert Ploderer an Demonstrationen und Blockaden der Bahnfreunde beim Abriss der Zuggleise.

Landschaft inszeniert

Die ersten befahrbaren 20 Kilometer der Radtrasse zwischen Lunz und St. Georgen/Reith werden sogar im Winter genützt, berichtet Ploderer. Wenn im Frühjahr 2017 der Ybbstalradweg zur Gänze befahren werden kann, soll auch ein attraktives Konzept greifen: Eine per Designerwettbewerb ausgewählte Möblierung von 50 Rast-, Erlebnis- oder Fotopunkten wurde jetzt präsentiert. Zum Zug ist das Team von Ambient Consult gekommen.

Die Waidhofener HTL-Schüler Matthias Lehner und Maximilian Kössl haben die Designer-Möbel für Bade-, Grill- oder Rastplätze als Modelle gebaut und eine Wanderausstellung präsentiert. "Inszeniert wird die Landschaft am Fluss und das natürliche Angebot für Balance und Entspannung", beschreibt Eisenstraßen-Manager Stefan Hackl die Open-Air-Möblage.

Wie die Radplätze bestückt werden, muss jede Gemeinde in ihrem Bereich selbst bestimmen – und auch bezahlen. Insgesamt steht das vom Land Niederösterreich finanzierte Millionen-Projekt unter großem Erfolgsdruck. Gilt es doch nach dem Exodus der Ybbstalbahn so schnell wie möglich wieder Touristen ins landschaftlich reizvolle Ybbstal zu lotsen. Und die Stimmen der Skeptiker aus dem Bahnlager sind laut. Deshalb ist auch die Mostviertler Tourismus GmbH voll in die Umsetzung eingebunden.

Donauradweg

Besonders vorangetrieben wird die Anbindung des neuen Biker-Tals an den stark frequentierten Donauradweg durch das äußere Ybbstal oder auch eine Verbindung zum Ennstalweg im benachbarten Oberösterreich über Weyer. "Der Winter hat im Tal wieder ausgelassen. Wir brauchen einen Katapultstart, sonst ist es um den Tourismus geschehen", erklärt ein Rad-Aktivist den Ernst der Lage.

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